1 May 2018, Taugenichts / Never-do-well

Joseph von Eichendorff (1826): Aus dem Leben eines Taugenichts.

Joseph von Eichendorff [Ausgabe: o.J.]: Aus dem Leben eines Taugenichts. Mit einem Bilde des Dichters von W. Devrient und 50 Scherenschnitten von Marie Luise Kaempffe. Durchgesehen und mit Angaben aus dem Leben des Dichters ausgestattet von Dr. Walther Ziesemer, ordentlicher Professor an der Universität Königsberg i.Pr. – Hirts Deutsche Sammlung. Literarische Abteilung, Hrsg. Wolfgang Stammler und Georg Wolff. Gruppe II: Novellen und Erzählungen. Ferdinand Hirt in Breslau.

Erstes Kapitel

  • Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten … ich saß auf der Türschwelle … mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Da trat der Vater aus dem Hause …: „Du Taugenichts! … ich kann dich hier nicht länger füttern …“ (p.5)
  • Seitwärts durch die Bäume sah ich die Türme von Wien … (p.7)

Zweites Kapitel

  • Und so war ich denn wirklich Zolleinnehmer, ehe ich mich’s versah (p.16)
  • … mich packte da auf einmal wieder meine ehemalige Reiselust: alle die alte Wehmut und Freude und große Erwartung (p.28)

Drittes Kapitel

  • Da kam mir die Welt auf einmal so entsetzlich weit und groß vor und ich so ganz allein darin, daß ich aus Herzensgrunde hätte weinen mögen (p.38)
  • „… bleib bei uns, da hast du ewige Vakanz“ (p.41)

Viertes Kapitel

  • Nun ade, Mühle und Schloss und Portier! (p.44)

Fünftes Kapitel

  • Die Landstraße lief gerade durch eine prächtige Landschaft auf die untergehende Sonne zu, wohl wie in ein Meer von Glanz und Funken (p.51)

Sechstes Kapitel

  • Da stieg ich schnell von dem Baume herab und lief atemlos weiter in das Tal und die Nacht hinaus (p.66)

Siebentes Kapitel

  • Das Meer leuchtete von weitem, der Himmel blitzte und funkelte unübersehbar mit unzähligen Sterne, darunter lag die heilige Stadt, … wie ein eingeschlafener Löwe auf der stillen Erde, und Berge standen daneben wie dunkle Riesen, die ihn bewachen (p.66)
  • Als ich aufwachte, rieselte mir die Morgenluft durch alle Glieder (p.69)

Achtes Kapitel

  • Nun aber entstand ein entsetzlicher Rumor und Spektakel hinter uns (p.86)

Neuntes Kapitel

  • Ich aber merkte nun, daß es Prager Studenten waren, und bekam einen ordentlichen Respekt vor ihnen, besonders da ihnen das Latein nur so wie Wasser von dem Munde floß (p.90)

Zehntes Kapitel

  • Mein Zollhaus … stand noch auf der alten Stelle … (p.99)
  • „Gott segne den Portier … daß er unser Onkel ist“ (p.109)
  • … die Donau rauschte dazwischen herauf – und es war alles, alles gut (p.109)

Hartwig Schulz (1994 / 2006): Erläuterungen und Dokumente. Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts. Philipp Reclam jun. Stuttgart.

  • die „Urfeinde“ der Romantiker, die Philister … (p.6)
  • Knollfink (p.16)
  • Faulbettchen (p.26)
  • Willibald Alexis (1798-1870): Uns, in Norddeutschland, dünkt eine solche Glückseligkeit ohne Arbeit zwar unbegreiflich … (p.62)
  • Thomas Mann: [das Werk] … entbehrt jedes soliden Schwergewichts, jedes psychologischen Ehrgeizes, jedes sozialkritischen Willens und jeder intellektuellen Zucht; es ist nichts als Traum, Musik, Gehenlassen, ziehender Posthornklang, Fernweh, Heimweh, Leuchtkugelfall auf nächtlichen Park, törichte Seligkeit … (p.75)
  • 1912 gehörte das Bändchen … zur ersten Füllung von Reclams Bücherautomaten (p.79)
  • Hermann Hesse: eine von den paar kleinen Vollkommenheiten der Weltliteratur (p.80)
  • Otto F. Bollnow: Erst der Biedermeier Eichendorff konnte überhaupt die Poesie des Wanderns entdecken, des zweckfreien Streifens durch Wälder und Täler als Gegengewicht gegen die Nöte und Sorgen des Alltags … (p.87)

10 Mar 2018, Post # 499 What the Dormouse said

(in celebration of 498 preceding posts / anlässlich von 498 vorausgegangenen Posts)

Post # 499 What the Dormouse said

  • „Well, at any rate, the Dormouse* said –“ the Hatter went on, looking anxiously round to see if he would deny it too: but the Dormouse denied nothing, being fast asleep (Wonderland p.154-5)
  • “Contrariwise,” continued Tweedledee, “if it was so, it might be; and if it were so, it would be; but as it isn’t, it ain’t. That’s logic.” (Looking-Glass p.65)
  • “When I use a word, “Humpty Dumpty said, in a rather scornful tone, “it means just what I choose it to mean – neither more nor less.” “The question is,” said Alice, “whether you can make words mean so different things.” “The question is,” said Humpty Dumpty, “which is to be master – that’s all.” (p.112)
  • It is a very inconvenient habit of kittens … that, whatever you say to them, they always purr. “If they would only purr for ‘yes”, and mew for ‘no’, or any rule of that sort … so that one could keep up a conversation!” (p.195)
  • … Ever drifting down the stream – Lingering in the golden gleam – Life, what is it but a dream? (p.199)

Lewis Carroll (1865): Alice’s Adventures in Wonderland. (1871): Through the Looking-Glass and What Alice found there. 1941 ed., The Heritage Press, New York


* cf. Jefferson Airplane (1967), The White Rabbit (Surrealistic Pillow album):

  • When logic and proportion – Have fallen sloppy dead – … – Remember what the dormouse said – Feed your head! – Feed your head!…

26 Dec 2017, Heinrich Böll: Dr. Murkes gesammeltes Schweigen

Deutschlandfunk, 26.12.17, 20:05h: Hörspiel „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ / Radio play: Murke’s Collected Silences

Heinrich Böll (1917-1985), Bearbeitung und Regie / directed by: Hermann Naber

Produktion: SWF/SR 1986; Dauer 50’45

Hauptpersonen / Leading characters:

  • Dr. Murke, Redakteur der Abteilung Kulturelles Wort
  • Prof. Bur-Malottke, Essayist

Satirische Kurzprosa, Erstveröffentlichung 1955 / Satirical short prose work; first published in 1955.

24 -26 Dec 2017, Pandemic legacy

Board game / Brettspiel: Pandemic legacy, Season 2

Authors / Autoren: Matt Leacock and Rob Daviau; Z-Man Games

“The world almost ended 71 years ago. The plague came out of nowhere and ravaged the world.” The game world includes (coastal) cities, havens, infections, counter-measures, and objectives. Physically, beyond a board and pawns, it includes character cards, player cards, infection cards, plague cubes, supply cubes, supply centers, etc. it carries some elements forward from one game to the next.


Lalon Sander, Taz, 26.10.17: Gemeinsam gegen den Weltuntergang. Das Brettspiel „Pandemic“ ist für die Welt der Brettspiele vermutlich so einflussreich wie „Die Siedler von Catan“. Nun erscheint die zweite Version mit einer Neuerung: Es geht um Kooperation statt Wettkampf.

  • Die Spieler*innen spielen gemeinsam gegen das Spiel, das durch ein ausgefeiltes System von Ereigniskarten ihnen das Leben schwer gemacht
  • Leacock … “Ich mag die Herausforderung, eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die nur aus Papier besteht“
  • Anders als herkömmliche Brettspiele hat „Pandemic Legaacy“ nicht nur einen kleinen Erzählbogen in jeder Partie, sondern auch einen großen für das gesamte Spiel
  • … das ist es vielleicht, was Leacocks Erbe für die Brettspielwelt sein wird: Die Entwicklung von dynamischen Programmen aus Papier, die unaufdringlich und elegant sind und es zugleich schaffen, große Emotionen in einer Spielrunde auszulösen.

27 Oct 2017, Buchpreis 2017 der Staatsbibliothek Hamburg an „Mein Onkel Pö“ (H. Jass)

27 Oct 2017, Staatsbibliothek Hamburg gibt Buchpreis „HamburgLesen“ 2017 an „Mein Onkel Pö“ (Holger Jass)

https://blog.sub.uni-hamburg.de/?p=23683: Der … Buchpreis der Staatsbibliothek HamburgLesen 2017 geht an «Mein Onkel Pö» von Holger Jass … Die Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek, Prof. Dr. Gabriele Beger, überreichte dem Autor … die Preisstatuette … aus den Worten der Laudatio …: Holger Jass hat die legendäre Musikkneipe … sieben Jahre lang geleitet und seine Erinnerungen daran aufgeschrieben. Sein Buch erzählt eine Hamburger Stadtteilgeschichte, eine Hamburger Sittengeschichte, und zugleich schildert es ein Kapitel der internationalen Jazz-Geschichte. Im Onkel Pö spielten die bedeutendsten Jazz-Musiker ihrer Zeit … Onkel Pö gibt es schon lange nicht mehr, aber … wir … tauchen ein in eine vergangene Zeit, die nicht nur für Hamburg viel bedeutet hat.


2019_03_22 Standort des ehem. Onkel Pö, Lehmweg
2019_03_22 Standort des ehem. Onkel Pö, Lehmweg

Onkel Pös Carnegie Hall, Lehmweg 40, Hamburg 20

Laufzeit: 1.1.1970-31.12.1985; von H. Jass betrieben ab 1.1.1979


Buchpublikation: Jass, Holger (2015): Mein Onkel Pö. Offline Verlag, Hamburg

Kapitelauswahl:

  • 1, Die gute alte Zeit? „Bei Onkel Pö spielt ‘ne Rentnerband seit 20 Jahren Dixieland“ … Eppendorf war bevölkert von Linken, Künstlern, Freaks und natürlich ein paar Ureinwohnern.
  • 3, Das Pö bekommt Flügel
  • 7, Iren sind menschlich, U2 Konzert
  • 8, Es gibt immer eine Alternative, In Hamburg kam es im Herbst 198l-zur Gründung der ,,Alternative Liste.” Das Pö und die meisten der Musiker und Gäste standen dieser neuen Denkweise sehr nahe. Wir wollten die Welt retten. Was denn sonst?
  • 10, Gute Gäste!
  • 11, Schlechte Gäste!
  • 14, Gab es Geister im Pö? Udo Lindenberg sammelte im Pö seine Musiker für das erste Panikorchester zusammen, und Otto Waalkes saß an der Kasse.
  • 19, Dexter ist nicht da, Noch schlimmer für den Getränkeumsatz waren nur die Free-Jazz-Fans, die in der Regel aus Lehrern und Sozialpädagogen bestanden. Die brachten sich das Wasser gleich von zu Hause mit.
  • 20, Aber sonst war wieder alles klar
  • 28, Vollmondnächte, Elefanten und ein Doktor
  • 29, Impressionen aus 2555 Nächten
  • 30, Alles hat ein Ende

Bands im Pö, Auswahl: Bad News Reunion, Joe Cocker, Champion Jack Depree, Element of Crime, Elephant, Erste Allgemeine Verunsicherung, Franny and the Fireballs, Jan Garbarek, Peter Herbolzheimer, Volker Kriegel, Lake, Latin Quarter, Leinemann, Annie Lennox, Udo Lindenberg, Bill Ramsay, Inga Rumpf, Schobert und Black, Archie Shepp, Tony Sheridan, Spider Murphy Gang, Stintfunk, Torfrock, Truck Stop, U2, Axel Zwingenberger.