3 Dec 2019, ♣ HafenCity: Lohsepark

3 Dec 2019, HafenCity: Lohsepark

www.hamburg.de/parkanlagen/4455348/lohsepark/: … das zentrale Element des noch im Bau befindlichen Quartiers Am Lohsepark … Als breite, grüne Fuge schließt er an den Verlauf des ehemaligen Wallrings südlich der Speicherstadt und des heutigen 1. Grünen Ringes an und verbindet diese mit der Elbe. Außerdem … ein Ort des Gedenkens an die von dieser Stelle aus deportierten Juden, Sinti und Roma während des Nationalsozialismus. … seit 1907 … Lohseplatz vor dem ehemaligen Hannoverschen Bahnhof – benannt nach dem Architekten und Ingenieur Hermann Lohse (1815–1893), dem Entwerfer ebendieses Bahnhofs sowie der ersten Eisenbahn-Elbbrücke über die Norderelbe … in der Tradition der Hamburger Volksparks stehende Lohsepark … die größte zusammenhängende Grünanlage der HafenCity mit weitreichenden stadträumlichen, sozialen und ökologischen Funktionen … Auftakt … die restaurierte historische Ericusbrücke, zum Ericusgraben leitet eine schilfbewachsene Böschung mit Flachwasserzone über … Wechselspiel von denkmalgeschützter Bausubstanz, neuer Architektur und naturnaher Vegetation … durchgehende Sichtachse „von Wasser zu Wasser“. Baumgruppen und „Follies“ leiten … zu den Bastionen über, die sich … mit einem artifiziellen Gittermauerwerk aus dem landschaftlich bestimmten Park erheben …


Folly, https://de.wikipedia.org/wiki/Folly_(Gartenkunst):

englische Bezeichnung … für einen ungewöhnlichen Zierbau. Ein Folly unterscheidet sich von anderen nutzlosen Bauwerken (Staffagebauten) durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee oder durch eine besonders ungewöhnliche, extravagante Ausführung … Die bizarre Auffälligkeit des Bauwerks ist beabsichtigt, das provokativ Unnütze der Anlage ist programmatisch … Sinngebung … zum Beispiel durch die nostalgische Assoziation mit einer verklärten Vergangenheit … Die Anlage ist immer eigens errichtet, sie muss nicht funktionslos sein, ist häufig begehbar …

29 Nov 2019, ♣ Berlin, Gropius-Bau: Garten der irdischen Freuden, inkl. Victory Gardens – Futurefarmers San Francisco

29.11.2019, Berlin, Martin-Gropius-Bau: Garten der irdischen Freuden, inkl. Victory Gardens, 26. Juli bis 1. Dezember 2019

2019_11_29 Berlin, Gropiusbau
2019_11_29 Berlin, Gropiusbau

https://www.berlin.de/ausstellungen/archiv/5611972-3238788-garten-der-irdischen-freuden.html: Die Ausstellung … wirft mit raumgreifenden Installationen einen Blick auf die technisierte Nutzung von Pflanzen durch den Menschen. Seit jeher arbeiten Künstlerinnen und Künstler mit dem Motiv des Gartens als Ort der Inspiration. In der heutigen Zeit wird der Garten als poetische Ausdrucksform und Kristallisationspunkt fundamentaler Aspekte menschlicher Existenz zu einem Instrument, um die Gegenwart in all ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit zu erkunden … Neben der bekannten Lesart des Garten als Sehnsuchtsort voller meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten thematisiert ”Garten der irdischen Freuden“ den Garten auch als einen Ort des politischen Widerspruchs sowie als Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Harmonie und Chaos, Lust und Perversion sowie Utopie und Dystopie …


Auswahl:

Victory Gardens – Futurefarmers, San Francisco, 2007-2009

“Dieses groß angelegte Urban Gardening Projekt hat in San Francisco gezeigt, wie Stadtraum zu ertragreichen Agrarflächen gemacht werden kann. … inspiriert von den gleichnamigen Gärten, mit denen während des Zweiten Weltkriegs private Flächen und öffentliche Parks zu Nutzgärten umfunktioniert wurden … Futurefarmers … forderten …, den Stadtraum neu zu denken …“

www.futurefarmers.com/victorygardens/: Victory Gardens 2007+ calls for a more active role for cities in shaping agricultural and food policy. It is a concept … that would provide a subsidized home gardening program for individuals and neighborhoods … offers tools, training & materials for urban dwellers to participate in a city-wide transformation of underutilized backyards— turning them into productive growing spaces … draws from the historical model of the 1940’s American Victory Garden program to provide a basis for developing urban agriculture as a viable form of sustainable food practice in the city.

www.thespruce.com/how-to-grow-a-victory-garden-1388679: Victory gardens emerged during World Wars I and II as a way to minimize demand on an overburdened public food system. Citizens were encouraged to grow fruits and vegetables so that more of the foods … could be shipped overseas to soldiers. Victory gardens are once again becoming popular. But this time, the goal is different. The new victory garden is all about self-reliance. It’s about growing your own food so that you have control over how it is grown and how much you pay for it. It’s about getting back to real food …

17 Nov 2019, ♣ Hamburg: Autumnal Stadtpark, with Forester’s House / Herbstlicher Stadtpark mit Forsthaus

17.11.2019, Hamburg: Autumnal Stadtpark, with Forester’s House / Herbstlicher Stadtpark mit Forsthaus

https://stadtparkverein.de/forsthaus/: … 1885 errichtet … seit 2000 unter Denkmalschutz … führte viele Jahre lang ein Schattendasein – bis der Stadtpark Verein begann, es gemeinsam mit vielen Helfern und Sponsoren … zu sanieren und … zu neuem Leben zu erwecken. Im August 2011 konnte der Verein das … Bauwerk als Vereinssitz einweihen … wird dort ein öffentliches Informations- und Dokumentationszentrum eingerichtet … außerdem ein Stadtpark-Archiv …

 

8 Nov 2019, ♣ Steenkampsiedlung

8.11.2019, Steenkampsiedlung in Hamburg-Bahrenfeld

www.hamburg.de/altona/baudenkmaeler/2847012/steenkampsiedlung/: … eine Gartenstadt, die in mehreren Bauabschnitten von 1914-1926 errichtet wurde … 670 Ein- und 92 Mehrfamilienhäuser … Die Idee der Gartenstadt war in Deutschland in der Weimarer Republik popular … sollte der Stadtbevölkerung als Ausgleich dienen, der Garten zusätzlich zur Selbstversorgung genutzt werden … Die Häuser … haben ein geschlossenes Erscheinungsbild … sind parallel zu den Straßen ausgerichtete, überwiegend zweigeschossige Doppel- und Reihenhäuser mit Satteldach, kleinen Vor- und großem Hintergärten … Fertigstellung der Gartenstadt … unter der Leitung des … Bausenators Gustav Oelsner ab Mitte der 1920er Jahre unter maßgeblicher Beteiligung des Architekten Friedrich Ostermeyer … Durch Modernisierung und Instandsetzung sind … die meisten ursprünglichen Elemente der Siedlung verlorengegangen … Auch die einheitliche Gestaltung der Vorgärten mit niedrigen Mauern und grünen Hecken ist nicht erhalten geblieben … ein architektonisches und soziales Dokument aus der Zwischenkriegszeit, in der sich sozialpolitische und städtebauliche Aspekte der Reformbewegung und somit wichtige Teile der Stadtentwicklungsgeschichte Hamburg-Altonas finden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steenkampsiedlung: … zwischen den Straßen Notkestraße und Osdorfer Weg zu beiden Seiten der Ebertallee … heute werden östlich der Ebertallee vor allem die Straßen Grotenkamp und Riemenschneiderstieg, westlich der Ebertallee nahezu das gesamte Gelände zwischen Notkestraße und Osdorfer Weg zur Siedlung gezählt … Das Konzept folgt den Vorstellungen des „Neuen Altonas“ … Alle Erschließungsstraßen sind leicht geschwungen … Die Gartenseite der Grundstücke ist durch ein dichtes Netz von Fußwegen zugänglich … eines der ersten Bauprojekte der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SAGA … Die Häuser am Riemenschneiderstieg entstanden im ersten Bauabschnitt und lassen deutliche Einflüsse der Entwürfe für die Gartenstadt Hellerau erkennen … Wohnkonzept … Ursprünglich besaßen die Bewohner vererbbare Dauermietverträge, in der Sozialstruktur dominierten Angestellte, Beamte und freie Berufe, Arbeiter waren unterrepräsentiert. Seit 2002 wurden die Häuser durch die SAGA an die Mieter verkauft … Für einen nachbarschaftlichen Zusammenhalt wurde … 1920 die “Heimstättervereinigung Steenkamp e. V.” gegründet … Denkmalschutz … verschwand mit der Zeit der einheitliche Charakter der Siedlung … Gestaltungsgutachten … Milieuschutzverordnung der Stadt …

Bemerkenswert: Spontane gastfreundschaftliche Einladung zum Nachmittags-Tee.

3 Nov 2019, Φ♣ Walahfrid Strabo (9. Jh.): De cultura hortorum (Hortulus)

Walahfrid Strabo (9. Jh. / zuerst gedruckt 1510 / Ausgabe 2018): De cultura hortorum (Hortulus). Über den Gartenbau. Lateinisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Otto Schönberger. Universal-Bibliothek Nr. 19301. Philip Reclam jun., Ditzingen.

[siehe 20.6.19: Klosterinsel Reichenau mit Kräutergarten (Hortulus) des Strabo]

  • pp. 4-5, Incipit liber de cultura hortorum Strabi seu Strabonis feliciter. / Hier beginnt das Buch des Strabus oder Strabo über den Gartenbau. Möge es glücken!
  • pp. 4-5, I De cultura hortorum / Über den Gartenbau: Plurima tranquillae cum sint insignia vitae, / Non minimum est, si quis Pestanae deditus arti / Noverit obsceni curas tractare Priapi. / [… … …] / Haec non sola mihi patefecit opinio famae / Vulgaris, quaesita libris nec lectio priscis, / Sed labor et studium, quibus otia longa dierum / Postposui, expertum rebus docuere probatis. — Unter sehr vielen Zeichen des ruhigen Lebens ist es nicht das geringste, wenn sich einer der Kunst von Paestum weiht und es versteht, die sorgsame Gartenpflege des garstigen Gottes Priapus zu üben. Denn wie auch immer dein Landbesitz geartet ist, mag der Boden schlecht sein und von Sand und Kies starren, […] nie weigert er sich, die Früchte einheimischer Pflanzen zu tragen, wenn nur deine Sorgfalt nicht in lähmender Trägheit ermattet […] Dies lehrte mich nicht bloßes Meinen auf Grund landläufiger Rede, auch nicht Lektüre […], sondern Arbeit und eifrige Mühe […] lehrten es mich, da ich alles erprobte und Erfahrung gewann.
  • pp. 6-7, II Difficultas assumpti laboris / 2 Schwierigkeiten der unternommenen Arbeit: Wenn der Winter, […] grimmer Verzehrer der reichen Früchte der Arbeit, bei Ankunft des Frühlings in die tiefsten Gründe der Erde vertrieben ist […], dann haben Brennnesseln die eingefriedete Fläche verwuchert, die sich als kleiner Platz […] vor meiner Tür nach Osten hin öffnet. Sie sind […] gewachsen wie Pfeile, die mit brennendem Gift bestrichen sind. […] Also säume ich nicht und gehe den Schollen mit Saturns gezahntem Werkzeug zu Leibe, breche das starrende Erdreich auf […]
  • pp. 8-9, III Instantia cultoris et fructus operis / 3 Beharrliche Mühe des Gärtnerns und Frucht seiner Arbeit
  • pp. 10-11, IV Salvia / 4 Salbei: Lelifagus prima praefulget fronte locorum, / Dulcis odore, gravis virtute atque utilis haustu. / Pluribus haec hominum morbis prodesse reperta / Perpetuo viridi meruit gaudere iuventa […] — Vorn an der Stirn des Gartens blüht leuchtend der Salbei, der süß duftet, bedeutende Kraft besitzt und heilsamen Trank gewährt. Da er sich bei vielen Leiden der Menschen als hilfreich erwies, verdient er es, sich ewig grünender Jugend zu erfreuen […] — Dazu Anmerkung p. 47: Der Salbei ist unsere heute noch offizinelle Salbeistaude (Salvia officinalis L.; salvia, ‚Heilkraut‘, zu lat. salvus, ‚heil‘), in der Antike auch lelifagus […] genannt. Sie genoss bei uns erst seit karolingischer Zeit wegen ihrer Heilkraft hohes Ansehen […] eine der häufigsten Pflanzen in Kloster- und Bauerngärten (daher das Sprichwort: Cur moriatur homo, cui salvia crescit in horto? – „Warum soll einer sterben, dem Salbei im Garten wächst?“). […] Der Salbei ist im Lateinischen zuerst bezeugt bei Plinius, Nat. Hist. 22,146 […]
  • pp. 12-3, VII Cucurbita / 7 Flaschenkürbis: […] Sic vaga tortilibus stringunt ammenta catenis / Scalarum teretes involvuntque ilico virgas, / Viribus et discunt alienis tecta cavarum / Ardua porticuum volucri superare natatu. / Iam quis poma queat ramis pendentia passim / Mirari digne? quae non minus undique certis / Sunt formata viis, quam si tornatile lignum / Inspicias medio rasum quod mamfure constat. / Illa quidem gracili primum demissa flagella / Oblongo, tenuique ferunt ingentia collo / Corpora […] — […] so umschnüren die greifenden Ranken mit windenden Fesseln die runden Zweige des Klettergerüstes und umwickeln sie augenblicklich; sie lernen es auch, mit fremder Hilfe die steilen Dächer gewölbter Hallen in luftigem Flug zu übersteigen. Und wer vermag die Früchte, die überall an den Zweigen hingen, würdig zu preisen? Sind sie doch durchweg in sicher gestalteter Form gebildet, wie wenn man gedrechseltes Holz sieht, das mitten auf der Drehbank gleichmäßig geglättet wurde. Die Früchte hängen zunächst an zierlichem, länglichem Stiel und tragen am dünnen Hals gewaltige Körper […]
  • pp. 18-9, IX Absinthium / 9 Wermut
  • pp. 22-3, XIII Lybisticum / 13 Liebstöckel
  • pp. 28-9, XVIII Menta / 18 Minze: Nec mihi defuerit vulgaris copia mentae […] / Auch darf mir nie ein Vorrat an gewöhnlicher Minze fehlen, die viele verschiedene Arten und Sorten und Farben und Kräfte aufweist […] Wer aber Kräfte, Arten und Namen der Minze vollständig aufzählen kann, weiß auch bestimmt, wie viel Fische im Roten Meer sich tummeln […]
  • pp. 38-9, XXVI Rosa / 26 Rose — Dazu Anmerkung p.76-7: Die Rose wurde schon im Altertum hoch geschätzt (Vergil, Georg. 4,119f., nennt sie vor allen Gartenpflanzen; Plinius, Nat. Hist. 21, 14ff., betont ihre Heilwirkung), galt den Dichtern als Symbol für Schönheit, Unschuld, Reinheit und wurde auch damals schon neben die Lilie gestellt […]
  • pp. 40-1, XXVII Commendatio opusculi / 27 Zueignung des Büchleins: Haec tibi servitii munuscula vilia parvi / Strabo tuus, Grimalde pater doctissime, servus / Pectore devoto nullius ponderis offert […] — Dieses bescheidene Geschenk einer kleinen Arbeit widmet dir, gelehrtester Vater Grimaldus, dein Diener Strabo […] als Gabe ohne Gewicht […] während du liest […] bitte ich dich, beim Lesen die Fehler zu tilgen und, was dir gefällt, anzuerkennen […] — Dazu Anmerkung p.80: Die Dedikation ist im frühen Mittelalter eine Form der Publikation. Der Autor übersendet die Reinschrift seines Werkes einer Persönlichkeit, von der er Verständnis erwartet […] Dann aber hängt es sehr vom Adressaten ab, ob das Werk durch weitere Abschriften verbreitet wird oder für Jahrhunderte unbeachtet liegen bleibt (wie es dem Gartengedicht Walahfrids erging).
  • pp. 43-81, Anmerkungen
  • pp. 83-86, Literaturhinweise
  • pp. 87-115 Nachwort: Die karolingische Erneuerung — Die Reichenau und Walahfrid Strabo — Garten und Gärten — Walahfrids Buch über den Gartenbau
  • pp. 96 [im Nachwort] Garten und Gärten: Dass es schon früh einen Garten gab, weiß das Alte Testament (1 Mos. 2,8-15), das vom Garten Eden “mit allerlei Bäumen, lieblich anzusehen und gut zu essen“ spricht […] so berichten auch zahlreiche Zeugnisse von frühgeschichtlichem Gartenbau im Vorderen Orient und Ägypten. Die Urform des Gartens besteht in einer Abgrenzung gegenüber dem Umland […] bestand beim altorientalischen Garten aus einer Mauer, die bis heute auch die europäische Gartenanlage beherrscht und die Garten-Dialektik von Innen und Außen, von Ordnung und Unordnung unterstreicht.
  • pp. 98ff [im Nachwort] Walahfrids Buch über den Gartenbau: Abfassungszeit … umstritten … etwa … 825 [oder] … Abtszeit (zwischen 842 und 849) — Vorbilder und Quellen — Walahfrids Gestaltung des Hortulus — Form und Aufbau des Werkes — Sprache und Stil — Nachleben. Ausgaben. Übersetzungen.