9 Nov 2017, ♣ Φ Field trip / Exkursion: Schlossplatz Stuttgart

Field trip to Schlossplatz in Stuttgart / Exkursion zum Schlossplatz in Stuttgart

Context: Conference “Designing the city of the future“, organized by the Junior Research group autonomMobil, U Stuttgart et al, 8-9 Nov 2017 / Kontext: Tagung „Die Stadt der Zukunft gestalten“, vorbereitet von der Juniorforschungsgruppe autonomMobil, U Stuttgart et al, 8.-9.11.2017)

Conference program element: “Places of action – visiting, exploring, and experiencing“ / Konferenzelement: „Handlungsorte – begehen, erkunden und erleben“


Ahmadi, A. Stokman: Field trip „Summer, Sun, Sunshine – Stuttgart Schlossplatz“ / Exkursion „Sommer, Sonne, Sonnenschein – Stuttgart Schlossplatz“

Topic: Interaction of built environment (including specific features concerning climate and buildings) with people’s life, and utilization of the square in everyday life / Thema: Zusammenspiel zwischen der gebauten Umwelt mit ihren spezifischen klimatischen, baulichen Eigenschaften, dem Leben der Menschen und ihrer Nutzung des Platzes im Alltag.

Exemplary Questions: How does the microclimate change on a hot summer day? What could be done on such days to improve the quality of staying here? / Fragestellungen u.a.: Wie verändert sich Mikroklima an einem heißen Sommertag? Was ließe sich tun, um an solchen Tagen die Aufenthaltsqualität zu verbessern?

Background info (Wikipedia etc.): Baroque garden with fountains, Jubiläumssäule (1841), and bandstand. Renovated in 1977 to mark the staging of the State Garden Show. Environs, East: New Castle, with court of honour; South: Old Castle; West: Old Chancellery, with Mercury Pillar (1598); Königsbau (1850s); Art Museum (Glass cube); North: Centre of Arts / Hintergrund-Info (Wikipedia): Barocke Gartenanlage mit Brunnen, Jubiläumssäule (1841) und Musik-Pavillon. Heutige Form seit Umgestaltung für Bundesgartenschau 1977. Umgebung Ost: Neues Schloss mit Ehrenhof; Süd: Altes Schloss; West: Alte Kanzlei mit Merkursäule (1598); Königsbau (1850er); Kunstmuseum (Glaskubus); Nord: Ausstellungsgebäude des Württembergischen Kunstvereins.


2017_11_09 IMG_1743aPosting: Strategic urban development / Plakatierung: Wie geht Stadt? Ideen zur Strategischen Stadtentwicklung

13 Sep 2017, ♣ Summer garden houses (SZ series): Re-reading Horaz …

Summer garden houses, made from dreams / Sommer-Gartenhäuser aus Träumen

Contributed by a guest writer, based on a series of articles in Süddeutsche Zeitung, 5.8.-13.9.17 / Gastbeitrag, basierend auf einer Artikelserie in Süddeutscher Zeitung, 5.8.-13.9.17.

Von den 1920er bis zu den 1960er Jahren ließen sich Träume von paradiesischen Schreiborten noch in Form von Gartenhäusern realisieren, auch wenn nicht jeder wie Thomas Mann in Nidden das Preisgeld eines Literaturnobelpreises dafür einsetzen konnte. Manche schrieben in kleinen Hütten, wie etwa Roald Dahl in seinem Garten bei London, der dort mit einer Thermoskanne Kaffee und sechs Bleistiften ausgerüstet seinen Schreibtag verbrachte.

Nur wenige Schriftstellerinnen konnten ihren Traum von „a room of one’s own“ (Virginia Woolf) in Form eines Garten- oder Ferienhauses verwirklichen. Astrid Lindgren schrieb im Sommer in dem von ihren Eltern geerbten Haus auf der Schäreninsel Furusund, Anna Achmatowa in einer Datscha in Komarowa. Helene Weigel teilte sich die großzügige Sommerresidenz in Buckow mit Bertolt Brecht und war dort für das Wohlergehen der Gäste im Haupthaus verantwortlich, während Brecht das geräumige Gärtnerhaus zu seinem exklusiven Arbeitsort mit Seeblick wählte. Christa Wolf hatte sich im Haus in Woserin, das sie mit ihrem Mann 1984 als Rückzugsort für die Familie gekauft hatte, immerhin ein lichtdurchflutetes Zimmer zum Schreiben reserviert.

1968_08_08 - Brodtener Ufer 1 - Kohle
Technically unrelated but in similar spirits – Brodtener Ufer, 8 Aug 1969 rf

Frederico García Lorca trotzte den Sommern im Familiensommersitz, einer Huerta in Granada, die sein Vater 1925 gekauft hatte. Jean Cocteau residierte in einem Landhaus unweit von Pairs in Milly-la-Forêt und Anton Tschechow schrieb in einer weißen Villa in Jalta, die ihm Arbeitsplatz, Sanatorium und Wundergarten in einem war. Kurt Vonnegut sommerte stilbildend für New Yorker Schriftsteller in einem Cottage in Sagaponack, während die amerikanischen Beatniks in den 1950er Jahren am liebsten in Tanger im Hotel El-Muniria residierten und beim Schreiben den Blick nach Europa richteten, während sie dem Kontinent Afrika im Rücken keine Aufmerksamkeit widmeten.

So unterschiedlich wie die Personen und die Schreiborte auch immer waren, die für die kleinen und großen Fluchten im Sommer genutzt wurden: sie inspirierten die Schriftsteller und Schriftstellerinnen, für wenige Jahre – wie Thomas Mann – oder für ein ganzes Leben – wie Astrid Lindgren.


SZ-Serie: Sommerhaus, früher / (Summerhouse, in earlier days)

  1. SZ 179, 5.8.2017, Thomas Steinfeld: Raus ans Meer. Auftakt einer Sommerserie über die Ferienhäuser großer Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Teil 1: Thomas Mann in Nidden
  2. SZ 181, 8.8.2017. Alexander Menden: Bis es sitzt. Der britische Kinderbuch-Schriftsteller Roald Dahl schuf sich eine winzige Schreibhütte im Garten seines Hauses bei London [Great Missenden]
  3. SZ 184, 11.8.2017, Peter Richter: Der Hamptons-Way-of-Life. Als Kurt Vonnegut sein Cottage auf Long Island kaufte, war das Haus fast ein Schnäppchen. Aber nach den Literaten kamen die Reichen auf die Insel. Und dann die Superreichen
  4. SZ 189, 18.8.2017, Tim Neshitov: Ich könnte Gärtner sein. Anton Tschechow züchtete rund um seine weiße Villa in Jalta 159 Pflanzenarten – und ein paar Meisterwerke schrieb er natürlich auch
  5. SZ 191, 21.8.2017, Silke Bigalke: Salzkrähe und Einsamkeit. „Habe Pippi-Lieder geschrieben. Sitze an Karlsson“: Für Astrid Lindgren war „Stenhällen“ auf der Schäreninsel Furusund ein Ort des Schreiben, des Trostes in Krisenzeiten und des Familienlebens
  6. SZ 195, 25.8.2017, Joseph Hanimann: 17 Jahre lang wachträumen. Das eine haben und das andere nicht lassen: Zu Besuch auf dem Landsitz des Dichters, Malers und Filmautors Jean Cocteau in Milly-la-Forêt
  7. SZ 198, 29.98.2017, Reinhard J. Brembeck: Die schöne Quelle der Tränen. Federico García Lorca träumte und dichtete und schrieb in der Huerta de San Vicente im spanischen Granada, bis er im Bürgerkrieg 1936 ermordet wurde
  8. SZ 201, 1.9.2017, Ulrike Nimz: Was war das Beste in 365 Tagen? Woserin! Die dunkle Hälfte des Jahres verbrachte das Ehepaar in Berlin – die helle im salzigen Grün Mecklenburgs. Die Schriftstellerin Christa Wolf und ihr Mann hatten eine Ruine bewohnbar gemacht. Das Pfarrhaus war ihr Rückzugsort
  9. SZ 204, 5.9.2017, Nicolas Freund: Abtauchen in das Elend der anderen. In den Fünfzigerjahren zog es die amerikanischen Beat-Dichter, allen voran William S. Burroughs, immer wieder nach Tanger. Zum Schreiben suchten sie die Fremde und die Drogen. Ihr liebstes Quartier war das Hotel El-Muniria
  10. SZ 207, 8.9.2017, Sonja Zekri: Geraschel der Verleumdung. Leider hat niemand die Absicht, hier ein Museum zu errichten: Das Sommerhaus Anna Achmatowas in Komarowa könnte Opfer des Datscha-Booms werden
  11. SZ 211, 13.9.2017, Gustav Seibt: Wieder etwas Horaz lesen. Im letzten Teil der Serie über Sommerhäuser großer Literaten: Helene Weigel und Bertold Brecht in Buckow, einer Idylle mit politischen Gespenstern.