About posts (945+)

The posts relate to the field of human ecology and health, e.g. urban life and urban health, in subjective selection and interpretation / Die Notizen betreffen das weite Themenfeld Humanökologie & Gesundheit wie z.B. Stadtleben und Stadtgesundheit, in subjektiver Auswahl und Interpretation.

Topics include site visits; attendance of meetings, conferences, and exhibitions; as well as a mélange of other issues / Aufgenommen sind Feldbegehungen; Teilnahmen an Arbeitstreffen und Konferenzen; Besuch von Ausstellungen; und eine bunte Mischung weiterer Themen.

Posts more closely related to Public Health are marked with “Φ in the headline / Notizen mit besonders deutlichem Bezug zu Public Health sind mit “Φ” in der Überschrift markiert.

Current coverage: Jan 2006 onwards; plus selected earlier entries 1954ff / Zeitraum: seit Jan. 2006, plus ausgewählte frühere Einträge 1954ff.

31 Dec 2020, RM Rilke (1910): Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

31.12.2020, RM Rilke (1910): Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

Reclams Universalbibliothek, Band 952. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig (1982). Mit einem Nachwort von Rainer Kirsch.

  • 11.September, Rue Toullier. … p.13 Und man hat niemand und nichts und fährt in der Welt herum … eigentlich ohne Neugierde … Hätte man doch wenigstens seine Erinnerungen … Wäre die Kindheit da, sie ist wie vergraben. Vielleicht muß man alt sein, um an das alles heranreichen zu können. Ich denke es mir gut, alt zu sein …
  • p.26 Bibliothèque Nationale. … Ich sitze und lese einen Dichter. Es sind viele Leute im Saal, aber man spürt sie nicht. Sie sind in den Büchern … Ach, wie gut ist es doch, unter lesenden Menschen zu sein. Warum sind sie nicht immer so? …
  • p.93 … Graf Brahe … Was er … nicht vergessen wollte, das war seine Kindheit … es war ganz in der Ordnung, seiner Meinung nach, daß jene sehr entfernte Zeit nun in ihm die Oberhand gewann, daß sie, wenn er seinen Blick nach innen kehrte, dalag wie in einer hellen nordischen Sommernacht …
  • p.125 … Es muß dies eine von jenen Tagesfrühen gewesen sein, wie es solche im Juli gibt, neue, ausgeruhte Stunden … die Dinge schwingen ineinander hinüber und hinaus in die Luft … Da gibt es im Garten keine Hauptsache; alles ist überall … man müßte in allem sein, um nichts zu versäumen … „Wenn du doch wenigstens laut läsest, Leserich“, sagte Abelone …

p.179 Nachwort … p.188 … Arno Schmidt hat … vier aus … Grundmustern unserer Weise der Weltaufnahme … abgeleitete Techniken des Erzählens postuliert, die die klassischen ergänzen sollen; die Kurzbezeichnungen sind Foto, Löchriges Dasein, Traum und längeres Gedankenspiel … p.189 … verzichtet Rilke … auf eine quasidramatische = nacherzählbare Fabel und läßt den Leser das Bild einer Person – und einer Zeit – aus so disparaten wie aufeinander bezogenen Fotos, Ereignisflächen, Tagträumen und längeren Gedankenspielen zusammensetzen, wobei aus den Fugen tiefe Beunruhigung springt …

13 Nov 2020, Heinrich Heine (1844): Deutschland – ein Wintermärchen

13.11.2020, Heinrich Heine (1844): Deutschland – ein Wintermärchen

Quelle: Klaus Briegleb (Hg.) (1976). Heinrich Heine. Sämtliche Schriften in zwölf Bänden. Band 7: 1837-1844. Reihe Hanser Werkausgabe 220/7, S.571-644.

  • p.577-9, Caput I: Im traurigen Monat November wars, / … / … / Da reist ich nach Deutschland hinüber …
  • p.579-80 Caput II: … Die Contrebande, die mit mir reist, / Die hab ich im Kopfe stecken …
  • p.592-5 Caput VII: … Man ruht in deutschen Betten so weich, / Denn das sind Federbetten …“
  • p.600-2 Caput XI: Das ist der Teutoburger Wald, / Den Tacitus beschrieben, / Das ist der klassische Morat, / Wo Varus stecken geblieben …
  • p.605-6 Caput XIII: … Und liebend bewahrte dich die Zensur / Vor dem Gekreuzigtwerden …
  • p.613-6 Caput XVI: … Das beste wäre, du bliebest zu Haus, / Hier in dem alten Kyffhäuser – / Bedenk ich die Sache ganz genau, / So brauchen wir gar keinen Kaiser.
  • p.623-5 Caput XXI: Die Stadt, zur Hälfte abgebrannt, / Wird aufgebaut allmählig; / Wie’n Pudel, der halb geschoren ist, / Sieht Hamburg aus, trübselig …

Zum „Wintermärchen“ Heine in einem Brief an seinen Verleger Campe (Briegleb, Bd. 8, p.1016): „Es ist ein gereimtes Gedicht, welches … die ganze Gährung unserer deutschen Gegenwart, in der kecksten, persönlichsten Weise ausspricht. Es ist politischromantisch …“ Quelle: Klaus Briegleb (Hg.) (1976). Heinrich Heine. Sämtliche Schriften in zwölf Bänden. Band 8: Kommentar zu Band 7. Reihe Hanser Werkausgabe 220/7.


Deutschland. Ein Wintermärchen, https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland._Ein_Winterm%C3%A4rchen:ein satirisches Versepos … Der Untertitel Ein Wintermärchen spielt an auf William Shakespeares Alters-Romanze The Winter’s Tale (1623) … Unzufrieden mit den politischen Verhältnissen im Deutschland …, die ihm als getauftem Juden keine Möglichkeit für eine juristische Tätigkeit boten, und auch um der Zensur zu entgehen, emigrierte Heine 1831 nach Frankreich … Ende 1843 kehrte er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um … seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand … der erste Entwurf … Sein … Verleger … fand das Werk von Anfang an zu radikal und warnte seinen Schützling: „Sie werden viel für diese Gedichte zu leiden haben …” War das Werk jahrzehntelang als antideutsches Pamphlet … verpönt, so gilt es heute als bewegendes lyrisches – und teilweise visionäres – Zeugnis des Exilanten und Emigranten Heinrich Heine, in dem er nicht zuletzt den Untergang Preußens durch dessen Militarismus vorausahnt …

28 Oct 2020, Heinrich Heine (1833): Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski

28.10.2020, Heinrich Heine (1833): Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski

Heinrich Heine: Sämtliche Schriften in zwölf Bänden. Hrsgg. von Klaus Briegleb. Bd.1: 1817-1840. Reihe Hanser Werkausgabe 220/1, Hanser Verlag, München, pp.503-556.

p.508-509 (Kapitel III) Mein erster Ausflug, als ich Schnabelewops verließ, war nach Deutschland, und zwar nach Hamburg, wo ich sechs Monat blieb …

Die Stadt Hamburg ist eine gute Stadt; lauter solide Häuser … Der Geist Bankos herrscht überall in diesem kleinen Freistaate, dessen sichtbares Oberhaupt ein hoch- und wohlweiser Senat. In der Tat, es ist ein Freistaat und hier findet man die größte politische Freiheit … Es ist eine Republik … Seine Sitten sind englisch und sein Essen ist himmlisch … Mögen die christlichen Theologen dort noch so sehr streiten über die Bedeutung des Abendmahls; über die Bedeutung des Mittagmahls sind sie ganz einig …

Hamburg ist erbaut von Karl dem Großen und wird bewohnt von 80,000 kleinen Leuten …

p.510 … Zu den Merkwürdigkeiten der Stadt gehören: 1) Das alte Rathaus, wo die großen Hamburger Bankiers, aus Stein gemeißelt und mit Zepter und Reichsapfel in Händen, abkonterfeit stehen. 2) Die Börse, wo sich täglich die Söhne Hammonias versammeln, wie einst die Römer auf dem Forum … 3) … 4) Die ehemalige Zentralkassa. 5) Altona. 6) … 7) Der Eigentümer des Rödingschen Kabinetts. 8) Die Börsenhalle. 9) Die Bacchushalle, und endlich 10) das Stadttheater. Letzteres verdient besonders gepriesen zu werden …

p.525-527 (Kapitel VI) … Die Ufergegenden der Elbe sind wunderlieblich. Besonders hinter Altona, bei Rainville. Unfern liegt Klopstock begraben. Ich kenne keine Gegend wo ein toter Dichter so gut begraben liegen kann wie dort. AIs lebendiger Dichter dort zu leben, ist schon weit schwerer …

Den zweiten Tag gelangten wir nach Kuxhaven, welches eine hamburgische Kolonie. Die Einwohner sind Untertanen der Republik und haben es sehr gut … Als Prokonsul residiert dort ein hoch- und wohlweiser Senator … Ein großer Damm, worauf man spazieren gehen kann, führt nach Ritzebüttel, welches ebenfalls zu Kuxhaven gehört. Das Wort kommt aus dem Phönizischen; die Worte „Ritze“ und „Büttel“ heißen auf phönizisch: Mündung der Elbe. Manche Historiker behaupten, Karl der Große habe Hamburg nur erweitert, die Phönizier aber hätten Hamburg und Altona gegründet und zwar zu derselben Zeit als Sodom und Gomorra zu Grunde gingen. Vielleicht haben sich Flüchtlinge aus diesen Städten nach der Mündung der Elbe gerettet …

[Buchrücken: „Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben … Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag“ … Friedrich Nietzsche, 1888]

3 Aug 2020, Φ Projekt „Gesunde Orte – Therapeutische Landschaften“, mit Stellenausschreibungen der Med. Fakultät (U Bielefeld)

3.8.2020, Projekt „Gesunde Orte – Therapeutische Landschaften“, mit Stellenausschreibungen der Med. Fakultät (U Bielefeld)

In dem von der Peter Beate Heller-Stiftung geförderten Projekt „Gesunde Orte – Therapeutische Landschaften“ arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (darunter 7 Stipendiatinnen und Stipendiaten) der Universität Bielefeld, der Ruhr Universität Bochum und der Freien Universität Bozen (Südtirol) zusammen, www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/medizin/fakultaet/arbeitsgruppen/ag1-environment/ag1-forschung/index.xml.

“Das Konzept der ‘Therapeutischen Landschaften’ hebt die heilende Wirkung von Umwelten sowie Orten zur Erholung von Krankheit bzw. deren Einfluss auf die psychische oder mentale Gesundheit hervor … Die Juniorforschungsgruppe … untersucht die Lebensumwelten von psychisch erkrankten Menschen im Setting psychiatrischer Einrichtungen in Deutschland … Potenziale und Risiken von Therapieräumen im Inneren der Kliniken und begrünte Außenanlagen werden als Therapeutische Landschaften untersucht. Auch virtuelle Landschaften sind … Gegenstand der Untersuchung.”

Beteiligungen: Prof. Dr. med. Claudia Hornberg; Diplom-Biologin, Diplom-Ökologin (Projektleitung) und Dr. PH. Timothy McCall (Projektkoordinator & Leiter der Juniorforschungsgruppe), beide: Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, AG 1 Sustainable Environmental Health Sciences; PD Dr. med. Christine Norra, Ärztliche Direktorin LWL-Klinik Paderborn, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät/ LWL-Universitätsklinikum Bochum; Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Stefan Zerbe, Freie Universität Bozen, Fakultät für Naturwissenschaften und Technik; Kooperation mit Akteurinnen und Akteuren der LWL-Kliniken Paderborn und Gütersloh. Laufzeit: 1.3.2020-31.8.2023.

Aktuell sind an der Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld drei Promotionsstipendien ausgeschrieben zu folgenden Themen:

sowie ein Postdoktorandenstipendium.