21 Sep 2018, Hamburger Kunsthalle: Reeducation (Melián); Tropfsteinmaschine (Ecker); Healing with Paintings (Kabakov)

21 Sep 2018, Hamburger Kunsthalle: Reeducation (Melián); Tropfsteinmaschine (Ecker); Healing with Paintings (Kabakov)


(1) Michaela Melián (2014): Reeducation

Michaela Melián *1956, Munich / München

2 slide projectors, 162 slides (b/w), motor, fabric, music, 7 min. 50 sec / Dia-Projektionsinstallation mit Sound, 162 Kleinbilddias (s/w), 2 Diaprojektoren, Motor, Stoff, Musik, Laufzeit 7 Min. 50 Sek.

Spaces between utopia and reality / Räume zwischen Utopie und Wirklichkeit

„… melds historical facts with memories to create visual and acoustic collages … interested … in the different levels and contradictions betweenour personal memories and official representaitons. … drawings … based on … images of the Grindel highrises in Hamburg. After the Second World War, these tower blocks were built as housing and administrative offices for British officers, sparking controversy in the city” / “verbindet … historische Fakten und Erinnerungen zu visuellen und akustischen Collagen. Ihr Interesse gilt … den verschiedenen Ebenen und Widersprüchen von persönlicher Erinnerung und offizieller Darstellung… Zeichnungen … nach … Abbildungen der Grindelhochhäuser in Hamburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese als Wohn- und Verwaltungsort für britische Offiziere erbaut und kontrovers diskutiert“

“… the title Reeducation alludes … to the political re-education aspired to by the Allied Forces … also stands for architects’ vision of creating a new form of modern social housing” / “… Titel Reeducation spielt … einerseits auf die von den Alliierten angestrebte politische Umerziehung … an. Zugleich steht der Begriff … für die Idee der Architekten, eine … Form des modernen sozialen Wohnungsbaus umzusetzen.“


(2) Bogomir Ecker (1996-2496): Dripstone machine / Tropfsteinmaschine

Bogomir Ecker *1950

Site-specific installation, mixed media / Rauminstallation, Mixed Media

“Rainwater … is collected in a reservoir on the first floor …passes through the ‘biotope’ in the foyer, where it absorbs carbon dioxide and calcium carbonate, and subsequently drips onto the marble plate …in the machine room … [in] 2496 …[the] machine will … be turned off … the stalagmite will then be no more than five centimeters high“ / “… wird in einem Reservoir im ersten Stockwerk Regenwasser gesammelt. In dem Biotop im Foyer wird es mit Kohlendioxid und Kalk angereichert, um dann .. im Maschinenraum auf die Marmorplatte zu tropfen … 2490 … wird die Maschine abgeschaltet … Der … hergestellte Stalagmit wird dann nicht höher als fünf Zentimeter sein … ”

A.D.Koep: “Die Tropfsteinmaschine stellt den natürlichen Prozess der Entstehung eines Tropfsteins im Museum nach. Sie erstreckt sich über alle Etagen der Galerie der Gegenwart … Zum Erhalt der Anlage wurde ein Verein gegründet, dessen Mitgliedschaft an nachfolgende Generationen vererbt wird. Die auf die Vergangenheit gerichtete
Perspektive des Museums … wird umgekehrt … Immense geologische Zeitdimensionen werden kurzlebigen Kulturepochen gegenübergestellt …”. (S. 255 in: Bertsch M, Rauer R (Red.) (2016): Kunst aus acht Jahrhunderten. Ein Führer durch die Sammlung. Hrsg.: Hamburger Kunsthalle)


(3) Ilya Kabakov (1996): Healing with Paintings / Die Bildtherapie

Ilya Kabakov *1933

Site-specific installation, mixed media / Rauminstallation, Mixed Media

“Healing with paintings – the healing and therapy of nervous conditions  using the method of I.D. Lunkov” / „Die Bildtherapie – Behandlung von Nervenerkrankungen nach der Methode von I.D. Lunkov“

“… entire complex of supplemental conditions: the illumination of the painting, specially prepared space, and music accompanying the display” …The light … falls on the painting in such a way that … the frame and the entire wall is entirely submerged in shadows … unique ‘waking dream’ … The greatest effectiveness of the healing should occur with the repetition of the procedure 2-3 times a week …” / “… ganzer Komplex zusätzlicher Voraussetzungen: die Beleuchtung der Bilder, ein speziell für diesen Zweck eingerichteter Raum und die entsprechende Begleitmusik … Der Rahmen und die umgebende Wand  bleiben vollständig im Dunkel… eine Art ‚Wachtraum‘ … Den besten Heilefffekt erzielt man bei einer zwei- bis dreimaligen Anwendung dieser Prozedur pro Woche“.

A.D.Koep: “Durch eine schäbige Holztür betritt man über knarzende Bodendielen eine ärmliche Krankenstation und fühlt sich wie in eine vergangene sozialistische Welt versetzt … Voller Ironie gestaltet der aus Moskau stammende Konzeptkünstler Kabakov den Kontrast zwischen dem flktiven sowjetischen Sanatorium und dem modernen Museum, zwischen der Malerei im Stil des Sozialistischen Realismus und der konzeptuellen Kunst in den angrenzenden Räumen …” (S. 257 in: Bertsch M, Rauer R (Red.) (2016): Kunst aus acht Jahrhunderten. Ein Führer durch die Sammlung. Hrsg.: Hamburger Kunsthalle)

Cf. / Vgl.: Hampe R, Stalder PB (2011): Multimodalität in den künstlerischen Therapien. Frank & Timme Verlag, S.139-144, via Google books: Link.