1 Apr 1969 Philipps-Universität, Marburg/Lahn: Sechstes Semester

1 Apr 1969 Philipps-Universität, Marburg/Lahn: Sechstes Semester

  • Belegte Lehrveranstaltungen: Biochemisches Praktikum für Fortgeschrittene (Karlson); Einführung in die medizinische Statistik (Ihm); Einführung in die Elektronenmikroskopie (Vogell); Geburtshilflicher Untersuchungskurs mit Propädeutik, Gynäkologischer Untersuchungskurs mit Propädeutik (Pots); Medizinische Propädeutik (Dölle); Spezielle Pathologie (Korb); Pharmakologie II (Schmid); Hygiene II (Siegert)
  • Biochemisches Praktikum für Fortgeschrittene (Karlson): „In diesem Kurs wurden zunächst die uns z.T. bekannten organisch-chemischen Grundoperationen wiederholt, dann einige Isolierungen von Naturstoffen durchgeführt; enzymkinetische Messungen mit dem selbst angereicherten Ferment Alkoholdehydrogenase und Nukleinsäure(RNA)-Synthese in vitro waren die abschließenden Aufgaben. Letztgenannte war besonders interessant durch die Verwendung radioaktiver Bausteine, Stimulierung durch das Nebennierenhormon Cortisol, und durch die Benutzung des kürzlich im Marburger Labor von Dr. Sekeris erstmals isolierten Enzyms RNA-Polymerase“
  • 5.69 Film: Der Prozess (F. Kafka)
  • 5.69 Filmklub Marburg: „filmmacher cooperative hamburg“ (deutsche underground-Kurzfilme), inkl. Rainer Boldt: Die Zeit hat mitgespielt; Lutz Mommartz: Immatrikulation; Rosa von Praunheim; Lutz Mommartz: Die Treppe“; Helmut Herbst: Der Hut
  • 7.69 Ausflug nach Frankfurt, inkl. Goethehaus und Goethemuseum; Zoo
  • 5.69 (Himmelfahrt): Gruppenausflug: Lahnberge, Forsthaus, nördlich von Bauerbach, Wald, Groß- / Klein-Seelheim, Anstieg zur Amöneburg, „Schloss-Café“ und Burg. Über den Markt nach Osten in die Ebene; Brücker Wald; Gut Plausdorf; Kirchhain, per Eilzug zurück nach Marburg. Abends Studiobühne: “Faust III. Teil” (Katakombe, Frankfurter Kellertheater)
  • 7.69 “Die Stühle” / Les chaises von E. Ionesco, in Studiobühne Marburg

1 Oct 1968ff Philipps-Universität, Marburg/Lahn: Fünftes Semester

1 Oct 1968ff Philipps-Universität, Marburg/Lahn: Fünftes Semester

  • Belegte Lehrveranstaltungen: Anatomie III (Rohen); Physiologisches Praktikum (Hensel u.a.); Mikroskopisch-diagnostische Übungen (Petry, Rohen).
  • Okt. 1968 Endgültige Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes
  • Nov. 1968 Häufig Tischtennis gespielt
  • 1.11.68 Gemeinsamer nächtlicher Waldspaziergang, ca 3 Std.: „Wolfsloch“, Ortenberg, Kaiser-Wilhelm-Turm, Spiegelslust, Abstieg
  • 6.11.68 Film „Lemmy Caution gegen Alpha60“: einzige Möglichkeit, aus der Welt der Daten, Welt ohne Gefühle, Welt der elektronischen Speicherungen, der Verhöre und der numerierten Sklaven des alles beherrschenden Elektronengehirns in Alphaville zu entkommen, ist jenes Je t’aime, an das sich zu erinnern Lemmy C. schließlich Natascha von Braun veranlassen kann …
  • Dez. 68 Kassel: verschneit, dunkel, märchenhaft, (i) Grimm-Museum, (ii) Hessisches Landesmuseum (Terbrugghen, Rembrandt, Tizian)
  • 30.12.68 Film „Dr. Schiwago“
  • 26.1.69 Audimax, Marburg: “Play Bach” (Trio Jacques Loussier)
  • 27.1.69 Vortrag Alexander Mitscherlich: „Über einige Verständigungsschwierigkeiten zwischen psychosomatischer und Schulmedizin“
  • 29.1.69 Vorklinischer Filmabend zum Thema „Niere“
  • 11.3.69 Arno Schmidt: Seelandschaft mit Pocahontas
  • 26.3.69 Ärztliche Vorprüfung („Physikum“) abgeschlossen.

April 1968ff, Philipps-Universität, Marburg/Lahn: Viertes Semester

April 1968ff, Philipps-Universität, Marburg/Lahn: Viertes Semester

  • April 1968 Belegte Lehrveranstaltungen: Biochemie II, Biochemisches Praktikum (Karlson), Physiologie I (Hensel), Histologische-mikroskopischer Kurs (Rohen, Petry)
  • 11.5.68 Sternmarsch nach Bonn gegen Notstandsgesetze
  • 21.5.68 Arbeitskreis Kritische Medizin (mit Güse): Nach dem Vorbild der entsprechenden Veranstaltungen innerhalb der „Kritischen Universität“ in Berlin konstituierte sich der „Arbeitskreis Kritische Medizin“; die Teilnehmer diskutierten unter dem Motto „Medizin und Gesellschaft“ Themen wie: Arzt und Staat, Arzt und Industrie, der Krankheitsbegriff in Schulmedizin und Psychosomatik, wobei hauptsächlich A. Mitscherlichs „Krankheit als Konflikt“ als Grundlage diente
  • 3.6.68 Biedenkopf; 9 ½ stündige Wanderung zur Sackpfeife, dann zur Eder nahe Hatzfeld, und zurück
  • Juni 68 Verbreitetes Motto: „Vom Protest zum Widerstand“
  • 14.6.68 Film, Ingmar Bergmann: „Die Stunde des Wolfs“
  • 3.7.68, Filmklub Marburg: Hamburger Filmemacher / Coop unabhängiger Filmemacher: (1) Hellmut Costard (Hamburg): „Warum hast du mich wachgeküsst“, (2) Lutz Mommartz (Düsseldorf): „Die Treppe“ (Kamera = Auge, mit dem alles abgetastet wird), (3) Adolf Winckelmann (Kassel): „Kassel … 1967“, (4) Nekis: „Visàvis“ (unbewegtes Familienbild), (5) Joachim Wolf: „Früher Tod“, (6) Helmut Herbst (Hamburg): „Kleine Anweisung zum glücklichen Leben“.
  • 8.7.68 Film von Jean Cocteau: „Orphée“ („In den Spiegeln ist der Tod: betrachte dein Leben im Spiegel, und du siehst den Tod“)
  • 10.7.68 Film „Cat Ballou“, mit Jane Fonda, Nat „King“ Cole
  • 11.7.68 Film von J.P. Sartre (1947): „Das Spiel ist aus“ (Les Jeux sont faits)
  • 17.7.68 Ausflug des Biochemie-Praktikums (Zilliken) zur Damm-Mühle. Die TeilnehmerInnen bekamen neben Biermarken auch eine Hundemarke von 1951, für Abendbrot
  • Juli 68 Lektüren, inkl. Rohracher: „Die Arbeitsweise des Gehirns und die psychischen Vorgänge“, Kretschmer: „Körperbau und Charakter“; Nitsch-Gerhard-Offe-Preus: Hochschule in der Demokratie; Wellek & Warren: Theorie der Literatur; J.Joyce: Ulysses