22 Jun 2019, Freiburg: Münster & Münsterbauhütte

22.6.19 Freiburg: Münster & Münsterbauhütte

Führung durch die Münsterbauhütte

www.muensterbauverein-freiburg.de: „Seit über 800 Jahren … in Freiburg die Münsterbauhütte, einer der traditionsreichsten Steinmetzbetriebe in Deutschland. Von ca. 1200 bis 1536 war die Bauhütte für den Bau des Freiburger Münsters verantwortlich, bis heute ist sie maßgeblich an seiner Instandhaltung beteiligt … 1911 zog die Münsterbauhütte ins Eckgebäude Schoferstraße / Schlossbergring … Aufgabengebiet … Planung der Restaurierungsmaßnahmen, die Wahl der entsprechenden Gesteinsarten, die Arbeit am Stein, der Auf‑ und Abbau der Gerüste, das Versetzen der fertigen Steine am Bauwerk sowie die Dokumentation der ausgeführten Arbeiten.


Dagmar Zimdars (2019): Spitzentechnologie einst und jetzt. Ausgerüstet: Der Turmhelm des Münsters Unserer Lieben Frau in Freiburg. Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nr.1/2019 (48. Jg.), p.25-27:

Seit 2006 war der Turmhelm eingerüstet, denn die kühne mittelalterliche Konstruktion war an bedeutenden Stellen geschwächt, die Gesamtstatik des Turmes in Gefahr … Tragwerksmodell … Auswechslung tragender Steine … kamen diese Arbeiten 2018 … zum Abschluss …

21 Jun 2019, ♣ Freiburg Gartenstadt & Quartier Vauban

21.6.19, Freiburg Gartenstadt & Quartier Vauban

Freiburg Gartenstadt

https://de.wikipedia.org/wiki/Gartenstadt_(Freiburg_im_Breisgau): … nach den Grundsätzen einer Gartenstadt geplant und errichtet … Die Gartenstadtbewegung im beginnenden 20. Jahrhundert war vor allem eine Reaktion auf die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in den Mietskasernen der Städte und hatte sich die „lebenswerte Stadt“ zum Ziel gesetzt … Die … 1913 gegründete gemeinnützige Baugenossenschaft „Gartenvorstadt Freiburg im Breisgau“ konnte 1914 … mit dem Bau erster Häuser … beginnen. Die vom Architekten Joseph Mallebrein ausgeführten 58 Einfamilienhäuser konnten noch 1914 … bezogen werden … seit 1986 als Kulturdenkmal registriert … bietet als eine der größten zusammenhängende Gartenflächen in Freiburg in ihrem Mosaik aus vielen unterschiedlich gestalteten Flächen Lebensraum für zahlreiche, teilweise geschützte Wildtierarten.

„Gartenstadt. Die Arbeitersiedlung im Sinne der Gartenstadtbewegung, entstanden ab 1914, steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Die damals höchst innovativen Einfamilienreihenhäuser mit den großen Gärten zur Selbstversorgung (nach dem Modell von Ebenezer Howard) werden durch fächerförmig angelegte Straßen erschlossen“. Quelle: Architekturforum Freiburg & Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (2017): Moderne Architektur in Freiburg. Ein Cityguide zu außergewöhnlichen Gebäuden [= Annotierter Faltplan]

Freiburg Quartier Vauban

Siehe Besuch 15.2.2018

20 Jun 2019, ♣ Klosterinsel Reichenau mit Strabos Hortulus

20.6.19, UNESCO: Klosterinsel Reichenau

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichenau_%28Insel%29: … eine bewohnte Insel im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg und die größte Insel im Bodensee. Seit 2000 … mit dem Kloster Reichenau auf der UNESCO-Liste des Welterbes … Die Insel sei … ein herausragendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter … – … war bereits von den Römern bebaut und besiedelt … Benediktinermönch Walahfrid Strabo in seinem Buch 7: „In diesem See (Bodensee) gibt es eine Insel derer sich Tiberius gleichsam als einer Burg anlässlich des Zuges gegen die Vindelicier bequem bei den Kämpfen zu Schiff bedienen konnte“ … Nach Ende des Zweiten Weltkriegs … Rund 3000 französische KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau verbrachten dort ihre Quarantäne vor ihrer Rückkehr in die Heimat … Über den 1838 aufgeschütteten Reichenauer Damm … mit dem Festland verbunden … Durch die temperaturausgleichende Wirkung des Bodensees, die positiven Auswirkungen des Alpenföhns und die daraus resultierende hohe Zahl an Sonnentagen ist das Klima auf Reichenau besonders mild …

Münster St. Maria und Markus, https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnster_St._Maria_und_Markus_(Reichenau-Mittelzell): … romanische ehemalige Benediktiner-Klosterkirche … im Ortsteil Mittelzell … war die Abteikirche des bedeutenden Klosters Reichenau (… Monasterium Augiensis) … die größte der drei romanischen Kirchen der Insel … das barocke Chorgitter (1746) und dahinter der Heilig-Blut-Altar (1739)

Kräutergarten

  • Dortige Steintafel: „Zwischen 830 und 840 schuf der Reichenauer Mönch Walahfrid Strabo (Abt von 842-849) das Lehrgedicht ‚De cultura hortorum‘, kurz ‚Hortulus‘ (Gärtlein) genannt, über den Kräutergarten des Inselklosters. Der ‚Hortulus‘ ist die erste Kunde vom Gartenbau in Deutschland. In 444 Versen werden 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen beschrieben, die noch heute die Gärten bereichern“ [siehe 3.11.19]
  • Timo John (2017): Der Dichtermönch der Klosterinsel Walahfrid Strabo … („der Schieler“) … erste große Mönchsdichter des europäischen Mittelalters … Seine wichtigsten Werke sind die „Visio Wettini“ und das Gartengedicht „De cultura hortorum“, kurz genannt, der „Hortulus“ … Vom 8.-13. Jahrhundert waren Klöster in Mitteleuropa die Hüter der Wissenschaft … kopierten die alten Schriften … auch medizinisches Wissen tradiert … „Mönchsmedizin“ … in den Klöstern meist auch Kräutergärten … „Hortulus“ … beschreibt auf poetische Weise die Anlage und Pflege des Gartens … die früheste Garten- und Pflanzenbeschreibung des Mittelalters. In 444 Hexametern werden 24 Heil- und Zierpflanzen … hinsichtlich ihrer Morphologie, medizinischen Wirkung, Verwendung als Nutzpflanze, Gewürz und Farbstoff einschließlich ihrer Schönheit beschrieben … die Insel heute weithin auch als „Gemüseinsel“ bekannt … (Quelle: John T (2017): Die Klosterinsel Reichenau im Bodensee. „Wiege der abendländischen Kultur“. UNESCO Weltkulturerbe. Beuroner Kunstverlag, Beuron, 3. Aufl., pp.36-38)

Kloster Reichenau, https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Reichenau: Monasterium Augiensis … war eine Benediktinerabtei in Mittelzell … 724 von Pirminius gegründet … zählt neben St. Gallen und Fulda zu den bedeutendsten Klöstern der karolingischen Zeit. 1757 … Kloster aufgehoben, 1803 verließen die letzten Mönche die Insel … Die Buchmalerei des Klosters … 2003 in das Weltdokumentenerbe der … UNESCO aufgenommen … fiel eine erste Blütezeit der für die Christianisierung Alamanniens wichtigen Mönchsgemeinschaft in das ausgehende 8. und 9. Jahrhundert. Abt Waldo (786–806) war der Gründer der Reichenauer Gelehrtenschule …. Durch Privilegien wie Immunität, Zollfreiheit, Wahlrecht und Schenkungen … in der Zeit der ottonischen Könige um die Jahrtausendwende die zweite kulturelle Glanzzeit

Timo John (2017): (p.9:) … von den Benediktinermönchen seit dem frühen Mittelalter begonnene Kultivierung der Insel … (p.12:) …Im Jahr 2000 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen … Gründungsabt … Bischof Pirmin … 724 gründete er… das Benediktinerkloster … Bereits 727 verließ er die Insel wieder … ein Wanderbischof … (p.14-5:) Die Klosterinsel war religiöses und kulturelles Zentrum Europas. Unter Karl dem Großen (748/800-814) und Ludwig dem Frommen (778/816-843) erlebte sie ihr Goldenes Zeitalter … (p.17:) Das „Silberne Zeitalter“. Im 10. Jahrhundert … Kaiser Otto (I.) der Große … Äbte Witigo und Bern(o) … (p.25-6:) Im deutschen Sprachbereich waren die mittelalterlichen Klöster der Benediktiner wie St. Gallen, Fulda, Reichenau, … Corvey, Hersfeld usw. Mittelpunkte gelehrter Bildung (p.26-7:) Ein anonymer Schreiber aus dem 8. Jahrhundert mahnt den Leser „…O wie schwer ist das Schreiben: es trübt die Augen, quetscht die Nieren … Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet…“ (p.40-1:) Hermann der Lahme … führte die … bis heute gültige Zeitrechnung „vor und nach Christus“ ein … (p.74:) Das Ende der Abtei … Im Zuge des „Reichsdeputationshauptschlusses“ und der damit eingeleiteten Säkularisation von 1803/1805 … damals über zwanzig Kirchen und Kapellen

Lit.: John, Timo (2017): Die Klosterinsel Reichenau im Bodensee. „Wiege der abendländischen Kultur“. UNESCO Weltkulturerbe. Beuroner Kunstverlag, Beuron, 3. Aufl.

16ff Jun 2019, Amper-Maisach-Talraum: Moose und Hügelrücken

16.6.2019ff, Amper-Maisach-Talraum: Moose und Hügelrücken

Fließgewässer:

  • Amper, siehe: 11-12.10.18, Amper & Amper-Aue nahe Fürstenfeldbruck
  • Maisach, https://de.wikipedia.org/wiki/Maisach_(Amper): … rund 36 Kilometer langer, linker Zufluss der Amper … Quelle … südlich von Hohenzell (Ortsteil von Moorenweis) …… läuft an Maisach vorbei, fließt durch Überacker und passiert Bergkirchen … Namensherkunft: Maisach, 853 erstmals erwähnt als Meisaha … aus althochdeutsch aha ‚Wasser, Wasserlauf, Fluss‘ und meisa ‚Meise‘ … bedeutet … Meisenfluss. Fauna: Seit 2004 … Biber wieder am Fluss angesiedelt. Verbissspuren … bereits etwa 1990 … in Mammendorf

Moose / Niedermoore (frühere ausgeprägte Moorlandschaft in der Münchner Schotterebene):

  • Kühmoos
  • Oberes Moos
  • Bergkirchener Moos
  • Fußbergmoos (mit ehem. Moosalm), siehe: 13-14 May 2019, Fußbergmoos: Vogelschutz mit Heckrindern. https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fbergmoos: … auch Überackermoos genannt … Landschaftsschutzgebiet …. Gemeinsam mit dem östlich angrenzenden „Palsweiser Moos“ … ist es der Rest des früheren „Maisacher Mooses“, das … bis Ende des 19. Jahrhunderts den Talraum der Maisach von Maisach bis Bergkirchen dominierte … Bis in die 1950er Jahre … Torf gestochen. Nach der Einstellung des Torfabbaus verbuschten die Flächen und bewaldeten sich immer stärker … in den 1970er Jahren als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Seit 1984 betreut der Landesbund für Vogelschutz (LBV) das Gebiet. Innerhalb einer Beweidungszone … Heckrinder zur Landschaftspflege eingesetzt … moorökologisch … überregional hohen Wert

Ortschaften:

  • Überacker (Gemeinde Maisach), https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberacker_(Maisach): In den Traditionen des Hochstifts Freising … 866 … als „Uperacha“ bezeugt … Um 1330/40 übergab Kaiser Ludwig der Bayer zwei Höfe in Überacker als Ausstattungsgut dem von ihm gestifteten Kloster Ettal … Baudenkmal: Katholische Filialkirche St. Bartholomäus und Valentin, erbaut im 13. Jahrhundert, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Bartholom%C3%A4us_und_Valentin_(%C3%9Cberacker): … romanische Chorturmkirche mit barocken Veränderungen … 1961 verlängert. Das romanische Turmuntergeschoss besitzt einen gestuften Rundbogenfries an der Südseite … Obergeschoss … aus dem 17. Jahrhundert … Spitzhelm … 1830 aufgesetzt. Der Chor im Untergeschoss des Turms hat sein mittelalterliches Kreuzgratgewölbe erhalten … Fragmente romanischer Wandmalereien
  • Fußberg (Gemeinde Maisach), https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fberg_(Maisach): Kirchdorf … Katholische Filialkirche St. Ulrich, erbaut im 12./13. Jahrhundert, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Ulrich_(Fu%C3%9Fberg): auf einer kleinen Anhöhe inmitten des Friedhofs … romanische Chorturmanlage mit niedrigem Turm … frühgotisch verändert. Der Chor im Turmuntergeschoss und die Sakristei besitzen ein Kreuzgratgewölbe … Ausstattung … aus neuromanischen Altären mit zum Teil gotischen Skulpturen
  • Thal (Gemeinde Maisach), https://de.wikipedia.org/wiki/Thal_(Maisach): … Einöde … Einwohner (2017): 18
  • Palsweis (Gemeinde Bergkirchen, Landkreis Dachau), https://de.wikipedia.org/wiki/Palsweis: … auf den Ausläufern eines tertiären Hügelrückengebietes … erstmals um 1185 in einer Indersdorfer Urkunde schriftlich erwähnt … Katholische Filialkirche St. Urban, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Urban_(Palsweis): … Die spätromanische Chorturmanlage besitzt zum Teil ein doppelschaliges Backsteinmauerwerk …. quadratische Chor mit einem Kreuzgratgewölbe aus dem 17. Jahrhundert … Das kurze dreiachsige Langhaus ist flach gedeckt. Die Außengliederung durch Blenden und gestufte Bogenfriese ist in der Gegend einzigartig … Altäre … in spätbarockem Stil … bei einem Brand … 1975 schwer beschädigt. In den vier Fenstern des Kirchenschiffes … acht Glasgemälde… 1936 vom Dachauer Glasmaler Syrius Eberle geschaffen
  • Bergkirchen (Landkreis Dachau), https://de.wikipedia.org/wiki/Bergkirchen: … Im Ortsteil Eisolzried … zur Römerzeit vermutlich im 1. Jahrhundert nach Christus eine Ziegelei betrieben … Das Urbar [= Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft] von Bergkirchen (842 n. Chr.) gibt Einblicke in die Organisation eines Hofes in der Mitte des 9. Jahrhunderts … katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Johann_Baptist_(Bergkirchen):geht auf einen vorromanischen Kirchenbau zurück …. älteste erhaltene Teil … das Untergeschoss des Glockenturms … aus romanischer Zeit … heutige Kirche … in den 1730er Jahren nach Plänen von Johann Michael Fischer im Stil des Spätbarock errichtet
  • Feldgeding (Ortsteil der Gemeinde Bergkirchen), https://de.wikipedia.org/wiki/Feldgeding: … Kirchdorf … erstmals 842 als „Feldcundingon“ in einer Schenkungsurkunde erwähnt … Katholische Filialkirche St. Augustinus, erbaut Ende des 15. Jahrhunderts, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Augustinus_(Feldgeding): Der Saalbau besitzt einen nicht eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor. Der Turm mit Satteldach im nördlichen Winkel ist wie der Chor spätgotisch, vermutlich aus der Zeit um 1477 … Die Holzplastik der Anna selbdritt aus der Zeit um 1430 … von Wallfahrern als Gnadenbild verehrt. Das älteste Bleiglasfenster stammt aus dem Jahr 1513 … 22 cm groß … zeigt … den damaligen Vikar der Pfarrei Bergkirchen.

18 May 2019, Kaisertal bei Kufstein

18 May 2019, Kaisertal bei Kufstein

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaisertal: … ehem. Sparchental … zwischen dem Zahmen und dem Wilden Kaiser im Tiroler Kaisergebirge … Im Tal liegt eine Ortschaft von Ebbs, Bezirk Kufstein … Seit 1963 … Teil des Naturschutzgebiets Kaisergebirge. In der Schlucht (Sparchenklamm) … fließt der Kaiserbach (Sparchenbach), der … in den Inn mündet. Gegen das Talende hin weitet sich das Tal etwas, und es zweigt das Bärental nordostwärts ab … Das Kaisertal … bis … 2008 nur zu Fuß zu erreichen … am häufigsten benutzte Zugang … von Eichelwang (bei Ebbs) über 285 Stufen … auf dem Kaiseraufstieg ins Tal … war das letzte bewohnte Tal Österreichs ohne Anbindung an das öffentliche Straßensystem … Bau einer Straße von Ebbs durch einen etwa 800 m langen Tunnel ins Kaisertal … Am 31. Mai 2008 … eröffnet.

Kaiserbach: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserbach: … bis Anfang des 20. Jahrhunderts bedeutend für die Forstwirtschaft. Gefällte Holzstämme wurden … hinunter zum Bachlauf gezogen. An mehreren Staustufen … gestaut. Beim … Öffnen der Stauschleusen entstand eine starke Strömung, mit der die angesammelten Holzstämme in mehreren Etappen … hinunter befördert werden konnten … Die Staustufen wurden Klausen genannt und der Holztransport Trift … Heute … noch die Haupttrift-Klause als restauriertes Sammelbecken am Bachbett … erhalten.