2018_01_20 Hamburg, Museum der Arbeit: Das Kapital
2018_01_20 Hamburg: Museum der Arbeit
Karl Marx (1867) : Das Kapital – Kritik der politische Ökonomie / Capital – A critique of political economy. Hamburg, Verlag Otto Meissner.
This book “counts alongside the Bible as one of the biggest-selling books in the world – and without doubt one of the most influential and controversial” / Dieses Buch „zählt heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten“.
The exhibition “stretches from the Industrial Revolution and labour movement of the 19th century, examines its contradictory reception throughout the 20th century, and considers the present-day issues of production and the distribution of wealth and poverty” / Die Ausstellung “spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut”.
In the museum’s courtyard: the cutting wheel of TRUDE, the world’s largest shield tunnelling engine; diameter: 14.2 m, weight 480 t / Im Museumshof: das Schneidrad der weltgrößten Schildvortriebsmaschine TRUDE (Tief Runter Unter die Elbe); Durchmesser 14.2 m, Gewicht 480 t.
During Oct. 1997 to March 2000, TRUDE undermined the Elbe river, thus preparing the fourth tube of the freeway tunnel (2.5 km) / Von Okt. 1997 bis März 2000 bohrte TRUDE die vierte Röhre für den Neuen Elbtunnel.
Till Briegleb, 23.10.17 (SZ): Die Masken der Malerin. Für Anita Rée war die Kunstgeschichte eine Sammlung von Vorlagen – sie kopierte Stile von der Renaissance bis zu Dada. Ihr Thema blieb aber immer das gleiche: die isolierte Frau und ihre Stimmungen. Die Kunsthalle Hamburg zeigt eine Retrospektive. „…Selbst die italienischen Bilder aus Positano … sind von einer winterlichen Frostigkeit …“
Petra Schellen, 22.12.17 (taz-Nord): Zum Schluss malte sie nur noch Schafe. Eine Ausstellung würdigt die Hamburger neosachliche Künstlerin Anita Rée, die von den Nazis in die Rolle der Jüdin gedrängt wurde und sich 1933 auf Sylt das Leben nahm. „…exakt entspricht die ans Kinn gelegte Hand der in der Kunst üblichen Melancholie-Geste, wie sie … der befreundete Kunstwissenschaftler Aby Warburg in seiner ‚Pathosformel‘ beschrieben hat…“
The city council’s mill, first mentioned in 1319; the current main building is from 1597 / Ratsmühle, zuerst erwähnt 1319; jetziges Hauptgebäude stammt aus 1597
The city council’s waterworks, c. 1570, one of the oldest water towers in Germany, provided fresh water to the city and the saltworks / Ratswasserkunst, ca. 1570, einer der ältesten Wassertürme in Deutschland, versorgte Stadt und Saline mit Frischwasser
Modern water tower / Neuer Wasserturm, 1905-1907.
“Waterworks”: a system to extract, elevate and guide water. For several thousand years, such systems (made from wood, or stone) have been in existence, especially for drainage and water provision / Eine “Wasserkunst” ist ein System zur Förderung, Hebung und Führung von Wasser. Die Verwendung solcher Systeme aus Holz oder Stein vor allem bei der Entwässerung und Wasserversorgung ist seit mehreren tausend Jahren belegt, https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserkunst.
The museum was opened in 2015. With exhibits form natural studies, cultural history, and urban archaeology it provides a holistic view of the numerous mutual interrelations of nature and culture. The permanent exhibition covers the region’s cultural landscape and its centre, the Hansestadt Lüneburg / Das 2015 eröffnete Museum mit Exponaten aus Naturkunde, Kulturgeschichte und Stadtarchäologie vermittelt einen ganzheitlichen Blick auf die vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen Natur und Kultur. Die Dauerausstellung befasst sich mit der regionalen Kulturlandschaft und ihrem Zentrum, der Hansestadt Lüneburg
There are 7 departments, sheding light on the role of humans as environmental designers: stratifying and pushing; growing and designing; founding and building; ruling and challenging; believing and knowing; discovery and study; remembering and maintaining / Sieben Abteilungen beleuchten die Rolle des Menschen als Gestalter seiner Umwelt: schichten und schieben; wachsen und gestalten; gründen und bauen; herrschen und herausfordern; glauben und wissen; finden und forschen; erinnern und erhalten.
From the department “discovery and study”: Science decodes the past. What makes Lüneburg so special – at least in the eyes of the archaeologists – are the many cesspits. They contain a vast quantity of sheds, bone fragments and other remains, making them a veritable treasure trove / Aus dem Bereich “finden und forschen”: „Wissenschaft entschlüsselt Vergangenheit. Das Besondere an Lüneburg sind die vielen Kloaken, zumindest aus Sicht der Archäologen. In ihnen finden sie Scherben, Knochen und andere Überreste in fast unüberschaubarer Anzahl: eine wahre Fundgrube.”
Topic: Urban health risks / Thema: Gesundheitliche Risiken in der Stadt:
(Living together so closely in the city meant that hygiene was a big issue. Wooden water pipes provided water to numerous households and public fountains. Faeces and waste were disposed of in sewers. Urban ordinances regulated the cleaning of streets and squares) / „Das enge Zusammenleben in der Stadt machte Hygiene zu einer großen Aufgabe. Wasserleitungen aus Holz versorgten zahlreiche Lüneburger Haushalte und öffentliche Brunnen. Fäkalien und Abfälle wurden in Kloaken entsorgt. Städtische Verordnungen regelten das Reinigen von Straßen und Plätzen.“
(For medical care, the city employed a physician and subsisted a pharmacy, baths and hospitals. Nevertheless, people were threatened by diseases such as the plague, dysentery, and cholera) / „Für die medizinische Versorgung der Menschen beschäftigte die Stadt einen Mediziner und unterhielt eine Apotheke, Badestuben und Hospitäler. Trotzdem bedrohten Krankheiten wie Pest, Ruhr und Cholera die Menschen.“
(The focus of the archaeological findings is in demonstrating how people personally pursued hygiene and medical care) / „Die archäologischen Funde zeigen besonders, wie man im privaten Bereich um Hygiene und medizinische Versorgung bemüht war.“
(The museum intends to stimulate visitors to use the Lüneburg region as an example for thinking about forward-looking ways of maintaining a livable future) / „Das Museum will dem Besucher einen Anreiz bieten, am Beispiel der Region Lüneburg über zukunftsweisende Wege zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt nachzudenken.“
The museum is part of the Museum Foundation Lüneburg which also includes the German Salt Museum / Das Museum ist Teil der Museumsstiftung Lüneburg, der auch das Deutsche Salzmuseum angehört.
J.V.Wirschky (2016), in: Szene Hamburg, Juli 2016, p.63:
Eine Liebe, ein Haus. Literarische Geschichte. Das Dehmelhaus bezeugt den Weltgeist des 20. Jahrhunderts … nun wird das Gesamtkunstwerk aufwendig restauriert / One love, one house. History of literature. The Dehmelhaus bears testimony to the global spirit of the 20th century … now this total work of art undergoes extensive restoration
Richard Dehmel, ein wichtiger Dichter des 20. Jahrhunderts … Werk zwischen Naturalismus und Moderne … Wohnhaus … angelehnt an die Stilmittel des Klassizismus und Jugenstils und inspiriert von Goethes Weimarer Gartenhaus … / Richard Dehmel, an important poet of the 20th century … oeuvre between naturalism and modernity …home … leaning on the stylistics of Classicism and Jugendstil, inspired by Goethe’s summer house in Weimar
Der einstmals berühmte Dichter Richard Dehmel (1863 – 1920) gestaltete 1912 zusammen mit der Kunstförderin Ida Dehmel (1870 – 1942) ein Gesamtkunstwerk aus Haus, Garten, Interieur, Sammlung und Archiv … wurde zu einem Treffpunkt des kulturellen Deutschlands / In 1912, the once famous poet Richard Dehmel (1863 – 1920), together with the patron of the arts Ida Dehmel (1870 – 1942), designed a total work of art including house, garden, interiors, collection and archives … became a meeting place of cultural Germany.
Max Liebermann, Karl Schmidt-Rottluff, Walther Rathenau, Thomas Mann, Gerhart Hauptmann, Richard Strauss und viele mehr kamen zu Gast / … and many others were hosted here.
Ida Dehmel kämpfte in Frauenverbänden für das Wahlrecht … Zusammen mit der Kunsthistorikerin Rosa Schapire gründete sie den “Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst” … Ihre wohl folgenreichste Idee war die Gründung des bis heute existierenden Künstlerinnenverbandes GEDOK, der seit 1926 Künstlerinnen aller Sparten und Kunstförderer vereint / In women’s associations, Ida Dehmel fought for the right to vote … Together with the art historian Rosa Schapire, she founded the „Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst“ [Women’s Association for promoting German Visual Arts] … Probably her most influential idea was founding the union GEDOK of women artists, created in 1926 and still existing today.
Hamburger Kunsthalle: Horst Janssen:Hommage à Claude, 13 Oct 2017- 14 Jan 2018
Kunsthalle, Harzen Kabinett
“… eine Auswahl an Landschaftszeichnungen des Hamburger Künstlers Horst Janssen (1929-1995), die er, inspiriert durch das Werk des bedeutenden Landschaftskünstlers Claude Lorrain … schuf. Das Thema der Landschaft ist eine der Konstanten in den Zeichnungen und Radierungen Janssens. Im Jahre 1971 wurde er auf das … Album Wildenstein in der Norton Simon Collection in Pasadena (Kalifornien) aufmerksam … Er schuf in knapp drei Wochen des Sommers 1972 circa 250 Landschaftszeichnungen in der von Claude Lorrain angeregten Technik: der mit dem Pinsel lavierten Federzeichnung … ebenso eine Würdigung des Hamburger Sammlers und engen Janssen-Freundes Gerhard Schack (1929-2007), aus dessen Vermächtnis die präsentierten Zeichnungen und Graphiken stammen”, www.hamburger-kunsthalle.de/ausstellungen/horst-janssen-1
Vgl.: Schack G (Hg.) (1999): Horst Janssen – Landschaft 1972. Annäherung an Claude Lorrain. Lavierte Federzeichnungen. Sammlung Gerhard Schack in der Kunsthalle. Katalog zur Ausstellung vom 30. Juli bis 31. Oktober 1999. Verlag St. Gertrude, Hamburg