20 Jun 2019, ♣ Klosterinsel Reichenau mit Strabos Hortulus

20.6.19, UNESCO: Klosterinsel Reichenau

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichenau_%28Insel%29: … eine bewohnte Insel im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg und die größte Insel im Bodensee. Seit 2000 … mit dem Kloster Reichenau auf der UNESCO-Liste des Welterbes … Die Insel sei … ein herausragendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter … – … war bereits von den Römern bebaut und besiedelt … Benediktinermönch Walahfrid Strabo in seinem Buch 7: „In diesem See (Bodensee) gibt es eine Insel derer sich Tiberius gleichsam als einer Burg anlässlich des Zuges gegen die Vindelicier bequem bei den Kämpfen zu Schiff bedienen konnte“ … Nach Ende des Zweiten Weltkriegs … Rund 3000 französische KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau verbrachten dort ihre Quarantäne vor ihrer Rückkehr in die Heimat … Über den 1838 aufgeschütteten Reichenauer Damm … mit dem Festland verbunden … Durch die temperaturausgleichende Wirkung des Bodensees, die positiven Auswirkungen des Alpenföhns und die daraus resultierende hohe Zahl an Sonnentagen ist das Klima auf Reichenau besonders mild …

Münster St. Maria und Markus, https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnster_St._Maria_und_Markus_(Reichenau-Mittelzell): … romanische ehemalige Benediktiner-Klosterkirche … im Ortsteil Mittelzell … war die Abteikirche des bedeutenden Klosters Reichenau (… Monasterium Augiensis) … die größte der drei romanischen Kirchen der Insel … das barocke Chorgitter (1746) und dahinter der Heilig-Blut-Altar (1739)

Kräutergarten

  • Dortige Steintafel: „Zwischen 830 und 840 schuf der Reichenauer Mönch Walahfrid Strabo (Abt von 842-849) das Lehrgedicht ‚De cultura hortorum‘, kurz ‚Hortulus‘ (Gärtlein) genannt, über den Kräutergarten des Inselklosters. Der ‚Hortulus‘ ist die erste Kunde vom Gartenbau in Deutschland. In 444 Versen werden 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen beschrieben, die noch heute die Gärten bereichern“ [siehe 3.11.19]
  • Timo John (2017): Der Dichtermönch der Klosterinsel Walahfrid Strabo … („der Schieler“) … erste große Mönchsdichter des europäischen Mittelalters … Seine wichtigsten Werke sind die „Visio Wettini“ und das Gartengedicht „De cultura hortorum“, kurz genannt, der „Hortulus“ … Vom 8.-13. Jahrhundert waren Klöster in Mitteleuropa die Hüter der Wissenschaft … kopierten die alten Schriften … auch medizinisches Wissen tradiert … „Mönchsmedizin“ … in den Klöstern meist auch Kräutergärten … „Hortulus“ … beschreibt auf poetische Weise die Anlage und Pflege des Gartens … die früheste Garten- und Pflanzenbeschreibung des Mittelalters. In 444 Hexametern werden 24 Heil- und Zierpflanzen … hinsichtlich ihrer Morphologie, medizinischen Wirkung, Verwendung als Nutzpflanze, Gewürz und Farbstoff einschließlich ihrer Schönheit beschrieben … die Insel heute weithin auch als „Gemüseinsel“ bekannt … (Quelle: John T (2017): Die Klosterinsel Reichenau im Bodensee. „Wiege der abendländischen Kultur“. UNESCO Weltkulturerbe. Beuroner Kunstverlag, Beuron, 3. Aufl., pp.36-38)

Kloster Reichenau, https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Reichenau: Monasterium Augiensis … war eine Benediktinerabtei in Mittelzell … 724 von Pirminius gegründet … zählt neben St. Gallen und Fulda zu den bedeutendsten Klöstern der karolingischen Zeit. 1757 … Kloster aufgehoben, 1803 verließen die letzten Mönche die Insel … Die Buchmalerei des Klosters … 2003 in das Weltdokumentenerbe der … UNESCO aufgenommen … fiel eine erste Blütezeit der für die Christianisierung Alamanniens wichtigen Mönchsgemeinschaft in das ausgehende 8. und 9. Jahrhundert. Abt Waldo (786–806) war der Gründer der Reichenauer Gelehrtenschule …. Durch Privilegien wie Immunität, Zollfreiheit, Wahlrecht und Schenkungen … in der Zeit der ottonischen Könige um die Jahrtausendwende die zweite kulturelle Glanzzeit

Timo John (2017): (p.9:) … von den Benediktinermönchen seit dem frühen Mittelalter begonnene Kultivierung der Insel … (p.12:) …Im Jahr 2000 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen … Gründungsabt … Bischof Pirmin … 724 gründete er… das Benediktinerkloster … Bereits 727 verließ er die Insel wieder … ein Wanderbischof … (p.14-5:) Die Klosterinsel war religiöses und kulturelles Zentrum Europas. Unter Karl dem Großen (748/800-814) und Ludwig dem Frommen (778/816-843) erlebte sie ihr Goldenes Zeitalter … (p.17:) Das „Silberne Zeitalter“. Im 10. Jahrhundert … Kaiser Otto (I.) der Große … Äbte Witigo und Bern(o) … (p.25-6:) Im deutschen Sprachbereich waren die mittelalterlichen Klöster der Benediktiner wie St. Gallen, Fulda, Reichenau, … Corvey, Hersfeld usw. Mittelpunkte gelehrter Bildung (p.26-7:) Ein anonymer Schreiber aus dem 8. Jahrhundert mahnt den Leser „…O wie schwer ist das Schreiben: es trübt die Augen, quetscht die Nieren … Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet…“ (p.40-1:) Hermann der Lahme … führte die … bis heute gültige Zeitrechnung „vor und nach Christus“ ein … (p.74:) Das Ende der Abtei … Im Zuge des „Reichsdeputationshauptschlusses“ und der damit eingeleiteten Säkularisation von 1803/1805 … damals über zwanzig Kirchen und Kapellen

Lit.: John, Timo (2017): Die Klosterinsel Reichenau im Bodensee. „Wiege der abendländischen Kultur“. UNESCO Weltkulturerbe. Beuroner Kunstverlag, Beuron, 3. Aufl.

20 Jun 2019, Φ Konstanz: Archäologisches Landesmuseum inkl. Ver- und Entsorgung in mittelalterlicher Stadt

2019_06_20 Konstanz: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
2019_06_20 Konstanz: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg

20.6.2019, Konstanz: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, inkl. Ver- und Entsorgung in mittelalterlicher Stadt

Benediktinerplatz 5, 78467 Konstanz, www.konstanz.alm-bw.de/de/

Exemplarische Themenfelder:

  • Schifffahrt in Südwestdeutschland (www.konstanz.alm-bw.de/de/uebersicht-eg.html): … mittelalterlicher Lastensegler von knapp 20 m Länge … 1981 am nördlichen Bodenseeufer bei Immenstaad entdeckt … Untergegangene Schiffe … liegen noch in einiger Zahl in der Tiefe des Bodensees. … beginnt mit Einbäumen … als älteste Bootsform überliefert … noch im Mittelalter in vielen Seen und Flüssen benutzt … Bereits in keltischer Zeit … auch mit größeren Schiffen rechnen …im Zuge des Schwerlastverkehrs zum Transport von Bausteinen, Weinamphoren … eingesetzt … [Exponate: inkl. mittelalterliche Werft, Maßstab 1:15]
  • Ver- und Entsorgung in der mittelalterlichen Stadt – Aus Latrinen lernen. (Ausstellungstexte / Auszug): Schîssgruob und Privathüsslin: Große europäische Städte … begannen in der Mitte des 19. Jh., ihre Schwemmkanalisation zu bauen. Damit endete eine jahrhundertealte … Tradition: die private „Schissgruob“ und die individuelle Wasserversorgung durch einen Sodbrunnen (Ziehbrunnen) auf ein und demselben Stadtgrundstück … Die … Schwemmkanalisationen durchbrachen … den unheilvollen Infektionskreislauf „Mensch – Abfallentsorgung – Wasserversorgung – Mensch“. Lebenswichtig: Sauberes Wasser: … Von wenigen Ausnahmen abgesehen beginnen die Städte erst im späten Mittelalter, ihre Bevölkerung über Laufbrunnen zu versorgen, die durch Röhrenleitungen von Quellen oder Wasserläufen außerhalb der Städte gespeist wurde … [Weitere Gesundheitsthemen] Zu den Verordnungen, die während des 13. und 14. Jh. das städtische Zusammenleben regelten, gehörten neben Baurichtlinien, Bestimmungen zur Wasserversorgung und Abfallbeseitigung auch eine Art Medizinalgesetzgebung … vom Rat privilegierte, öffentliche Apotheken … Destillierhelme … Das Schröpfen war eine der häufigsten … Therapien … Schröpfköpfe … Im 13. Jh. … Erfindung des Augenglases … Während des Spätmittelalters … Baden in Wasser und Dampf bei allen Bevölkerungsschichten durchgesetzt …
  • Welt der Pfahlbauten: siehe 26.6.2019.

1 Jun 2019, Berlin, Neues Museum: Cinderella, Sindbad & Sinuhe – Arabisch-deutsche Erzähltraditionen

1.6.2019, Berlin, Neues Museum: Sonderausstellung: “Cinderella, Sindbad & Sinuhe. Arabisch-deutsche Erzähltraditionen”, 18.4.-18.8.2019, dreisprachig: deutsch, englisch, arabisch

www.berlin.de/tickets/ausstellungen/cinderella-sindbad-sinuhe-34923fe6-933c-47f9-80d3-6f442e3d35e2/: In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend von Abgrenzung geprägt sind, ist es umso wichtiger, sich den vielfältigen, auch historisch gewachsenen Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen forschend zu widmen und diese einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen … erkundet wechselseitige Einflüsse und gemeinsame Ideen arabischer und deutscher Erzähltraditionen … präsentiert erste schriftliche Überlieferungen von Erzählungen und Märchen, angefangen bei den frühesten bekannten Beispielen aus dem Alten Ägypten und Mesopotamien … untersucht, wie diese durch Zeit und Raum hinweg adaptiert und interpretiert wurden, und weist auf Gemeinsamkeiten in den Erzähltraditionen hin … unverwechselbare Meisterwerke präsentiert:

  • die altägyptische Erzählung des Sinuhe
  • die Klagen des Beredten Bauern
  • die älteste Version der Achikar-Geschichte aus Elephantine
  • das unbekannte Manuskript des mündlichen Bani-Hilal-Epos, das heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt
  • arabisch beeinflusste Werke … Johann Wolfgang von Goethe
  • … seltene Manuskripte und Bucheditionen der Gebrüder Grimm und von „Tausendundeiner Nacht“.

… eine Kooperation des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung … und der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities … durch das … BMBF … unterstützt.

Aus der Ausstellung: “Die ältesten überlieferten Erzählungen sind über 4000 Jahre alt … stammen aus Mesopotamien und Ägypten. Das mesopotamische Gilgamesch-Epos sowie die alt-ägyptische Geschichte des Sinuhe gelten heute als frühe Werke der Weltliteratur. Beide greifen eine Fülle universeller Themen wie Schicksal, Tod, Loyalität und Akzeptanz auf … Die altägyptische Geschichte vom Beredten Bauern  ist eine der ältesten Geschichten, die einen armen Mann ins Zentrum rückt, der eloquent über gesellschaftliche Ungerechtigkeit klagt … Goethe … Seine bekanntesten Schriften wie Faust und West-östlicher Divan enthalten … Verweise auf 1001 Nacht …“


Neues Museum, www.berlin.de/museum/3109123-2926344-neues-museum.html: … präsentiert die Entwicklung der vor- und frühzeitlichen Kulturen Eurasiens von der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter … Nach 70jähriger Schließung ist das Neue Museum seit Oktober 2009 … wieder zugänglich …

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Museum_(Berlin): … gehört zum Bauensemble der Museumsinsel … 1843–1855 im Stil des Klassizismus und der Neorenaissance erbaut, gilt es als Hauptwerk von Friedrich August Stüler. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Verfall in der DDR-Zeit wurde es 1999–2009 nach Plänen von David Chipperfield wiederhergestellt … bewusst auf eine originalgetreue Rekonstruktion verzichtet … beheimatet … das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte und die Antikensammlung.


Museumsinsel, https://de.wikipedia.org/wiki/Museumsinsel_(Berlin): … im nördlichen Teil der Spreeinsel … gehört zu den … bedeutendsten Museumskomplexen Europas … 1830–1930 im Auftrag der preußischen Könige nach Plänen von fünf Architekten entstanden … 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen … besteht aus dem Alten Museum, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie, dem Bode-Museum und dem Pergamonmuseum.

11 May 2019, Bamberg mit Dom und E.T.A. Hoffmann-Haus

11.5.2019, Bamberg mit Dom und E.T.A. Hoffmann-Haus

Bamberg

  • Hydrogeografie: Rechter Regnitzarm = Main-Donau-Kanal; Linker Regnitzarm mit dem „Alten Kanal“
  • Altes Rathaus (umgestaltet Mitte 18. Jh.)
  • Schloss Geyerswörth (1587), ehemaliges fürstbischöfliches Stadtschloss

Bamberger Dom

„Der erste Bamberger Dom wurde von Heinrich II. erbaut und 1012 eingeweiht … 1081 … brannte er völlig aus … 1185 … Brandkatastrophe … 1237 … Weihe des jetzigen Domes … barockisiert … 1828-1837 entfernte man die barocke Ausstattung … neuromanische Einrichtung … Bamberger Reiter … um 1235 von einem unbekannten Meister geschaffen … Hochgrab des … Kaiserpaares … Das doppelte Heiligengrab Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde wurde 1513 von Tilman Riemenschneider geschaffen … An den Seiten … 5 Reliefs, die Szenen aus dem Legendenleben der beiden erzählen … Marienaltar des Veit Stoß … Pabstgrab im Westchor … das einzige erhaltene Grab eines Pabstes nördlich der Alpen … Chorgestühl im Westchor … Ecclesia als Personifikation der Kirche … Synagoge, Personifikation des Judentums. Ihr Stab ist zerbrochen, die Gesetzestafeln entfallen ihrer Hand, und ihre Augen sind verbunden, weil sie Christus nicht als Messias erkennt … Abgüsse am Fürstenportal, ihrem originalen Ort … Das romanisch-gotische Fürstenportal wurde mit dem Bau des jetzigen Domes (…1237) vollendet … die Szene des Weltgerichtes im Tympanon: In der Mitte … Christus … Zu seiner Rechten … die glücklich lächelnden Seligen, zu seiner Linken die Verdammten …“ – Auszug aus: A. Albrecht et al. (o.J.): Der Bamberger Dom – Schatz des Glaubens. Ein meditativer und kunsthistorischer Wegweiser. Erzbischöfliches Ordinariat, Bamberg

E.T.A. Hoffmann-Haus

Schillerplatz 26, 96047 Bamberg, www.etahg.de. – Träger: E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

  • E.T.A. Hofmann, 1776 (Königsberg / Kaliningrad) – 1822 (Berlin); Jurist
  • Hier: zweite Wohnung Hoffmanns in Bamberg (1809-1813)
  • Erdgeschoss mit Anamorphose und Spiegelkabinett
  • 1. OG u.a. mit „Leben und Werk“; literarische Autographe
  • 2. OG u.a. mit Undinenloge (Opernloge) und Gedankenmikroskop
  • Mansarde: Musikzimmer (mit interaktiver Musikkommode), Poetenstübchen
  • Zaubergarten.

Hoffmann: „Meine Lehr- und Marterjahre sind nun in Bamberg abgebüßt, jetzt kommen die Wander- und Meisterjahre“.

10-11 May 2019, Bad Staffelstein mit Banz und Vierzehnheiligen

10.-11.5.19, Bad Staffelstein mit Banz und Vierzehnheiligen

2019_05_10 Bad Staffelstein Rathaus
2019_05_10 Bad Staffelstein Rathaus
  • Bad Staffelstein, Region „Gottesgarten“ am Obermain
  • Adam Ries(e), hier geb. 1492
  • Fachwerk-Rathaus, Stadtturm, historische Altstadt

Banz

  • Ehemaliges Bendiktinerkloster, heute Bildungsstätte
  • „Klosterkirche Banz … Erstlingswerk der kurvierten Architektur auf fränkischem Boden… Lösung, bei der sich im Langhaus nicht weniger als acht bzw. zehn Rotunden unterschiedlicher Größe und Wertigkeit gegenseitig überlagern… (Schütz et al. 2018, p.36)

 

Vierzehnheiligen

  • Basilika, Wallfahrtskirche; ursprüngliche Bezeichnung: Frankenthal
  • Gemeinde: Bad Staffelstein; Landkreis Lichtenfels (Oberfranken); Erzbistum: Bamberg
  • Zweiter Sonntag im Mai: 14 hl. Nothelfer
  • Chronologie: 1445 Erste Vision der Nothelfer; 1738 Erste Baupläne; 1742 Ausführungsplan von Balthasar Neumann; 1743 Grundsteinlegung; 1772 Weihe; 1839 Übergabe der Wallfahrt an die Franziskaner (Auswahl nach Schütz et al. 2018, p.37)

 

„Die Verehrung von 14 besonderen Nothelfern geht weit ins Mittelalter zurück (p.2) … ein Schäfer der Hofmark Frankenthal im Besitz der Zisterzienserabtei Langheim vier Erscheinungen hatte, welche die berühmte Wallfahrt … begründeten (p.3) … Altar … 1448 eingeweiht … Die Wallfahrt, die durch mehrere Ablässe gefördert wurde, blühte rasch auf (p.4) … Planungs- und Baugeschichte der bestehenden Kirche … Konflikt um die Pläne (p.5) …der Abt und der Fürstbischof … hatten eigene, bisweilen konträre Vorstellungen von richtiger und guter Baukunst … Planänderung … fatale Folge … die Gnadenstätte lag jetzt nicht mehr in der Vierung (p.6) … Endgültiger Plan durch G. Neumann … der Fürstbischof bestand darauf, dass ‚alle gemachten lutherischen nebensprüng … beseitigt werden müssten‘ … Neumann entwickelte aus dem unglücklichen Anfang eine … baukünstlerische Intervention, die vergessen machen lässt, dass sie … eigentlich eine Notlösung war… Das Wundermittel war die Einstellung mehrerer Rotunden (p.9) … erhielt die Kirche im Langhaus ein neues Zentrum, die ‚Gnadenrotunde‘ … Ostapsis … ‚Chorrotunde‘ … Für die beiden Querhausarme … Kreisrotunden … Im Westen die Chorrotunde wiederholt … der Raum, im Gegensatz zum Außenbau, überall kurviert … er hat kein einziges gerade Wandstück und gerät in Schwingung, vergleichbar der Hofkirche in der Würzburger Residenz, wo Neumann eine solche Kurvierung bereits meisterhaft gelungen war… einige neue Probleme …(p.10) … Im Zuge der Säkularisierung Kloster Langheims 1803 wurde die Wallfahrt verboten, dann aber unter König Ludwig I. von Bayern wieder erlaubt und den Franziskanern übergeben, die sie bis heute betreuen (p.11) … Zweiturmfassade, die Neumann genau auf Banz ausrichtete, wofür er die Achse … gegenüber dem Vorgängerbau etwas drehen musste … Lichterfüllte Festräume (p.12) … Die Gesamtzahl der Säulen ist 14 … mit der Dekoration zog hier das Rokoko ein … während Neumanns Architektur … eine strengere Würde verkörpert … Wessobrunner Stuckateure (p.14) … Das theologische Programm der Deckengemälde (p.15) … Die Altäre … Gnadenaltar (p.22) … Hochaltar (p.24) … Die Seitenaltäre der großen Vierung … der kleine Vierung (p.27) … Kanzel … Hauptorgel (p.28) … Das Geläut … Heiligtum der Franken. Wie für Bayern die Wies …so ist für Franken Vierzehnheiligen das Exemplum einer Wallfahrtskirche, ja sogar das Wahrzeichen des ganzen Landes (p.33) (Schütz et al. 2018).

Lit.: B. Schütz et al. (2018): Basilika Vierzehnheiligen. Schnell Kunstführer Nr. 529, Schnell & Steiner, Regensburg, 23. Auflage.