19-20 Sep 2021, Neubeuern (Inntal) mit Burg und Schiffleut-Weg, Etappe 2

19.-20.9.2021, Neubeuern (Inntal) mit Burg und Schiffleut-Weg, Etappe 2

Burg Neubeuern, lt. Infotafel: … Stauferzeit … nördlich des Ortes auf einem Sandsteinfelsen erbaut … Den ältesten Teil … bildet der … Bergfried … Entstehung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts … [um 1240] Burg Neubeuern wurde … zur stärksten Festungsanlage des Inntals …

Marktplatz mit Marktbrunnen, Inschrift: „Zum Gedächtnis an Ian Freiherrn v. Wendelstadt … läuft für alle Zeiten dieses aus den Bergquellen gesammelte Wasser für den Markt Neubeuern …“. Am Marktplatz: Prioritäten Nr. 1 und Nr. 2.

Schiffleut-Weg Neubeuern, Etappe 2, mit Wolfsschlucht, Geotop Geiger Hölzl und Mühlstein-Steinbruch.

Neubeuern, https://de.wikipedia.org/wiki/Neubeuern: … ein Markt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim … im bayerischen Inntal … 788 … erstmals urkundlich erwähnt … Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Burg Neubeuern errichtet und um 1235 … zur größten Festung im Inntal ausgebaut … Das Schloss Neubeuern war von 1942 bis 1945 eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt … Der historische Marktplatz bildet mit der Kirche Mariä Empfängnis, dem Brunnen mit dem heiligen H´Florian … und der großteils original erhaltenen Burgmauer mit Wachtürmen ein denkmalgeschütztes Ensemble … Die Seitenaltäre der Kirche, das Deckengemälde und die Prozessionsstangen der Schiffleut-Bruderschaft dokumentieren die Bedeutung der Innschifffahrt für Neubeuern … Das Schloss Neubeuern … beherbergt … Gymnasium … mit Internat …

Mühlsteinbruch Hinterhör (H. = Ortsteil des Marktes Neubeuern), https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BChlsteinbruch_Hinterh%C3%B6r: als Naturdenkmal und als Bodendenkmal (D-1-8238-0188) ausgewiesen … Im aufgelassenen Steinbruch … Spuren des Mühlstein-Abbaues … von Hand … Die Bearbeitungsspuren der Rundlinge … deutlich an der Wand … zu erkennen … Archäologische Untersuchungen von drei Wassermühlen aus den Jahren etwa um 100, 743 und 840 in Dasing zeigten Mühlsteinfragmente aus Neubeurer Mühlsandstein … Denkmal der Wirtschafts- und Technikgeschichte im Raum Neubeuren … Die Ablagerungen … gehören zur Helvetikum-Zone, die in Oberbayern nur in einem sehr schmalen Streifen vorkommt … mühsame Transport der schweren Steine zum Inn, wo sie auf Plätten verladen wurden … vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) als geowissenschaftlich besonders wertvolles Geotop (Geotop-Nummer: 187G001) und Naturdenkmal ausgewiesen

Schiffleut-Bruderschaft, https://schiffleutneubeuern.blogspot.com/: Die Innschifffahrt war für … Neubeuern lange Zeit von großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung … wurden seit Jahrhunderten Waren flussab- und flussaufwärts transportiert … 1622 ist die Schiffleut-Bruderschaft als soziale und religiöse Vereinigung gegründet worden …

https://kulturdorf-neubeuern.de/dokumente/425_schiffleut_brosch%C3%BCre.pdf:

  • Die Wolfsschlucht, auf der Nordseite des Neubeurer Schlossbergs, entstand durch das Abtragen des Gesteins seit 1489, als vermutlich erster Steinbruch am Ort … die Löcher für die Abbaugerüste noch deutlich erkennen …
  • Steinbruch im Eckbichl „Geiger Hölzl” … Abbauspuren von großen Mühlsteinen … Versteinerungen von Seeigeln … neben den Zähnen von Haifischen …
  • Mühlsteinbruch Hinterhör … Von 1572 bis 1860 wurden hier Mühlsteine gewonnen … Abbauspuren … in mühevoller Handarbeit … Zunächst schlug der Steinhacker mit Spitzeisen und Meißel den Umfang des Steines rinnenförmig aus dem Felsen … trieb er … trockene Buchenkeile in diese Rinne, übergoss sie laufend mit Wasser, bis die aufquellenden Keile den Stein heraussprengten … Abtransport … mit der Innplätte … bis ans Schwarze Meer.

Lit.: Münch, Paul (1957): Führer durch das Bayerische Inntal – mit Wanderkarten im Maßstab 1:50.000 für das Gebiet zwischen Neubeuern und Kufstein. Bergverlag Rudolf Rother, München. S. 14:

Neubeuern. … 470 Meter; … Krankenhaus; Schwimmbad, Tennisplatz … Marktplatz … Die Geschichte des Platzes reicht bis in die Römerzeit zurück … Luftkurort … Seine Alpenrandlage erfreut durch den Gegensatz zwischen Ebene und Bergen.

19 Sep 2021, Nußdorf (Inntal): Steinbach – Hochwasserschutz und Gewässerökologie

19.9.2021, Nußdorf (Inntal): Steinbach – Hochwasserschutz und Verbesserung der Gewässerökologie

Vorhaben „Hochwasserschutz Steinbach – mit Verbesserung der Gewässerökologie“, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, mit Beteiligung der Gemeinde Nußdorf am Inn

Infotafel (1): … führt das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim Ausbaumaßnahmen zum Hochwasserschutz der besiedelten Gebiete am Steinbach durch … Zudem werden … Teile des Maßnahmenkonzeptes zur Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt. Dadurch wird eine ökologische Verbesserung des Gewässerabschnittes … erreicht … Im Anschluss an die Deichrückverlegung beginnen die flussbaulichen Maßnahmen … werden die bestehenden Sohlabstürze in fischdurchgängige Sohlrampen umgebaut … Der neue Gewässerlauf soll zugänglich gestaltet werden …

Infotafel (2): … Die Eingriffe in Natur und Landschaft im Zuge der Umbaumaßnahmen am Steinbach müssen ausgeglichen werden. Durch die Deichrückverlegung wird der ursprüngliche Waldsaum und Lebensraum für höhlenbrütende Vögel, Fledermäuse und Bilche (Haselmäuse) verschmälert … werden vorhandene Habitat-Bäume und Totholz erhalten, neue Wurzelstücke … geschaffen und Nistkästen für Haselmäuse angebracht … Durch die Bepflanzung des Waldrandes und der Außenseite des Dammes hat die Haselmaus wieder einen durchgängigen Wanderkorridor entlang des Steinbaches … werden die vorhandenen Höhlenbäume nicht gefällt, sondern lediglich gekappt …

Vgl.

11 Sep 2021, Ausstellung „Landschaft weiterdenken – Einblicke und Weitblicke in den Kulturlandschaftswandel der Vier- und Marschlande“, Hof Eggers in der Ohe

11.9.2021, Ausstellung „Landschaft weiterdenken – Einblicke und Weitblicke in den Kulturlandschaftswandel der Vier- und Marschlande“, Hof Eggers in der Ohe

Thomas Heyen, Bergedorfer Zeitung, 11.09.2021: HafenCity Universität – Studierende haben das Landgebiet „weitergedacht“. www.abendblatt.de/hamburg/bergedorf/kirchwerder/article233286701/Studierende-haben-das-Landgebiet-weitergedacht.html: … Angehende Architekten und Stadtplaner … setzen sich seit zwei Jahren intensiv mit dem Wandel der Vier- und Marschlande auseinander. Im … Austausch mit … lokalen Kooperationspartnern haben sich die Studenten auf der Basis vergleichender historischer Kartenanalysen, der Auswertung von Fotos sowie Gesprächen und Recherchen vor Ort damit beschäftigt, wie sich die Flächennutzungen seit 1880 verändert haben. Auch wie sich dieser Wandel … auf der Ebene landwirtschaftlicher Betriebe darstellt, haben sie im Blick … Ausstellung … von heute … an auf dem Hof Eggers … Elf unterschiedliche Betriebe mit Zukunftsperspektiven, die laut Professorin Antje Stokman für ein „positives Fortbestehen im Wandel“ stehen, werden näher beleuchtet …

Ausstellung: Landschaft weiterdenken – Einblicke und Weitblicke in den Kulturlandschaftswandel der Vier- und Marschlande, 11.-24.9.2021, Alte Scheune, Hof Eggers. Exponate (lt. Flyer): Interdisziplinäre Entwürfe und Seminarergebnisse von Masterstudierenden der HafenCity Universität aus den Studiengängen Stadtplanung und Architektur.

Hof Eggers, Kirchwerder Mühlendamm 5, 21037 Hamburg. www.hof-eggers.de/: Das Konzept von Hof Eggers … Der Erhalt des denkmalgeschützen und reetgedeckten Gebäudeensembles stellt uns … vor eine große Herausforderung, der wir uns mit einer vielfältigen, offenen, den Menschen zugewandten Ausrichtung stellen möchten … bewirtschaften wir seit 2019 eine Bioland-Gärtnerei in Hamburg-Spadenland und produzieren dort Bio-Blumen, Bio-Kräuter und Bio-Gemüsepflanzen … Trotz allem Wandel steht für uns … das – möglichst ausgewogene – Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur im Zentrum unseres Planens und Schaffens …

6 Sep 2021, Φ♣ Begehung „Mitte Altona” aus StadtGesundheits-Perspektive

6.9.2021, Begehung „Mitte Altona” aus StadtGesundheits-Perspektive

Geführte Begehung durch interessierte Personen, mit folgenden Stationen:

  • Startpunkt: altes Güterbahnhofsgelände neben der Harkortstraße
  • Straße „Lille Torv“ (vgl. gleichnamiger Platz in Aarhus, DK)
  • Recha-Ellern-Weg mit Baustelle der Stadtteilschule Altona (für 1.110 Schüler.innen) und Wohnungsbau u.a. zur Integration von Menschen mit psychischen, geistigen oder körperlichen Einschränkungen sowie Wohnungen für Flüchtlinge
  • Elfriede-Land-Weg; an der Kreuzung mit Felicitas-Kukuck-Str.: taktiles Bodenleitsystem mit Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern / Rillen- und Noppenplatten und abgesenkten Bordsteinkanten (https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenleitsystem)
  • Harkortstraße mit Quartiersbüro Mitte Altona (https://mitte-altona.info/kontakt/), betrieben von ProQuartier Hamburg Gesellschaft für Sozialmanagement und Projekte mbH; in der Harkortstraße unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen und entwicklungsfähiges Straßengrün
  • Straße „An der Kleiderkasse“, mit Gleiswiese, Gerüst der Alten Güterhallen, Gebäude der Kleiderkasse
  • Emma-Poel-Straße; Domenica-Niehoff-Twiete; Eva-Rühmkorff-Straße; Mariannruhplatz; Susanne-von-Paczensky-Straße; Eduard-Dukesz-Straße
  • Zielpunkt: in der Glückel-von-Hameln-Straße die Mobilstation Mitte Altona (https://mitte-altona.info/mobilstation-mitte-altona/).

Nach diesem ersten Abschnitt Mitte Altona soll ein weitere Abschnitt entstehen, wenn der Bahnhof nach Diebsteich (https://rfehr.eu/2018/10/06/6-oct-2018-diebsteich-stadtokologie-fernbahnhofsplanung/) verlagert ist.


Lit.: Q8 – Quartiere bewegen (2017): Eine Mitte für Alle. Inklusive Stadtentwicklung in Hamburg-Altona. Q8 Praxis 01. www.q-acht.net/downloads/2017/2017-07-Eine-Mitte-fuer-Alle-inklusive-Stadtentwicklung.pdf

  • p.4 Im Wohnprojekt BliSS entstehen Wohnungen für blinde, sehbehinderte und sehende Menschen … werden Wohnstrukturen entwickelt, die die Erfordernisse von blinden und sehbehinderten Menschen berücksichtigen …
  • p.11 Von einem inklusiven Stadtteil sprechen wir, wenn alle Menschen im Quartier selbstverständlich dazu gehören … Die Bedingungen … sind so gestaltet, dass jeder Mensch am Leben teilnehmen kann, unabhängig von seinen individuellen Fähigkeiten, seiner körperlichen Verfassung, seiner sozialen oder kulturellen Herkunft, von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Alter. Jeder und jede kann alle öffentlichen Angebote uneingeschränkt nutzen, ggfs. mit entsprechender Unterstützung: Schallschutz … VermittlerInnen, wenn Menschen sich nicht verstehen … Ebenerdigkeit oder Fahrstühle … leichte Sprache und leichte Schrift … Berücksichtigung verschiedener kultureller Herkunft, Informationen in mehreren Sprachen …

Zusatz: Ein vor 10 Jahren veröffentlichtes Quartiersprofil Altona-Altstadt behandelte acht Themenbereiche, darunter „Gesundheit und Pflege“. Hierzu wurde im Abschnitt 3 (Quantitative Datenerfassung anhand der Q8 Entwicklungsfaktoren) u.a. resümiert: „Die ärztliche und pflegerische Versorgung … ist gut ausgeprägt. Die Barrierefreiheit und Kultursensibilität der Praxen und Dienste sollte noch überprüft werden. Es existiert keine zentrale Anlaufstelle für PatientInnen bzw. für Gesundheitsfragen allgemein. Im Hinblick auf die hohe Zahl von EinwohnerInnen mit Migrationshintergrund fehlen Angebote, die sich speziell dieser Bevölkerungsgruppe zuwenden und kulturspezifische Bedarfe aufgreifen oder sprachliche Unterstützung bieten …“ Im Abschnitt 4 (Qualitative Analyse und Bewertung auf Basis der Q8 Leitlinien) wurde u.a. wie folgt resümiert: „Es gibt Bedarf an kultursensiblen Beratungsstellen und Unterstützungsnetzwerken für ältere Menschen, Menschen mit Assistenzbedarf und pflegende Angehörige. Es existieren keine erkennbaren Netzwerke im Bereich der Pflegeleistungen … Wohnortnahe Netzwerke zur Unterstützung von Familien, Alleinerziehenden oder pflegenden Angehörigen sind selten“. Quelle: Q8 – Quartiere bewegen (2011): Quartiersprofil Altona-Altstadt, www.q-acht.net/downloads/quartiersprofile/Q8-Quartiersprofil-Altona.pdf.

Eine analoge, aktuelle Analyse für “Mitte Altona” erscheint wünschenswert.